Mo, 20. November 2017

12-Jähriger erpresst

08.04.2011 17:02

Wollte Direktorin Schutzgeld-Fall an Schule vertuschen?

Drei Monate lang hat Alexander in ständiger Angst gelebt - denn ein Mitschüler soll dem Zehnjährigen aus St. Pölten immer wieder Prügel angedroht haben. "Damit hat er meinem Buben Geld abgeknöpft", schilderte die Mutter nun. Die Frau schaltete die Direktorin ein – und ist fassungslos: "Alles sollte unter den Teppich gekehrt werden!"

Erst war das Taschengeld rasch weg, dann verschwanden zehn Euro für die Schulmilch. Als Sandra P. bei ihrem Alexander nachforschte, platzte es aus dem Zehnjährigen heraus. Die Mutter: "Ein Mitschüler arabischer Abstammung hat Schutzgeld von meinem Sohn kassiert."

Täglicher Schulweg wurde zur Hölle
"Untermauert wurden die Forderungen mit der Androhung von Schlägen", war die Mutter entsetzt. Weil der Bub schon nicht mehr wusste, wo er das Geld hernehmen sollte, wurde der tägliche Schulweg für ihn zur Hölle: "Alexander hatte Angst, verprügelt zu werden." P. stellte auch den Beschuldigten (12) zur Rede: "Er gab alles zu."

Als sich Sandra P. dann an die Schulleitung wandte, erlebte sie eine böse Überraschung: "Man hat mir abgeraten, die Polizei einzuschalten." Aber es kam noch ärger. Als die Vorfälle dennoch bekannt wurden, suchte Direktorin Judith Königsberger die Mutter des Opfers sogar an deren Arbeitsplatz auf. P.: "Sie hat gemeint, ob mir bewusst sei, dass mein Sohn nun keine lustige Zeit in der Schule haben werde."

Landesschulrat reagierte auf "Krone"-Anfrage sofort
Königsberger hüllt sich zu der Causa – wie der Bezirksschulinspektor – nun in Schweigen: "Kein Kommentar." Prompt reagierte indes der Landesschulrat auf die Anfrage der "Krone". Präsident Hermann Helm: "Ich habe angeordnet, dass sofort Gespräche mit der Direktorin und den Eltern der beiden Buben zu führen sind."

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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