Di, 22. Mai 2018

Bei Moniz-Debüt

09.04.2011 18:06

Schlusslicht LASK blamiert Salzburg mit 1:0-Sieg

Das Debüt des neuen Salzburg-Trainers Ricardo Moniz ist ordentlich danebengegangen. Der Meister blamierte sich am Samstag zum Auftakt der 28. Runde der Bundesliga zu Hause mit einer 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht LASK. Die Salzburger liegen damit bei einem Spiel mehr weiterhin fünf Punkte hinter Tabellenführer Austria Wien. Der LASK dagegen schöpfte mit dem ersten Auswärtssieg der Saison neue Hoffnung im Abstiegskampf.

Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet Lukas Kragl (Bild mi.), der Salzburg-Torhüter Eddie Gustafsson vor fast genau einem Jahr einen Schien- und Wadenbeinbruch zugefügt hatte. Kragl profitierte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte von einem kapitalen Fehler des Salzburg-Kapitäns. Gustafsson ließ einen Schuss von Florian Hart aus, Leonhard Kaufmann setzte nach und ermöglichte dem 21-Jährigen dessen ersten Saisontreffer (45.+2).

Wallner als Solospitze glücklos
Moniz hatte das System über Nacht nicht über Bord geworfen. Wie sein Vorgänger Huub Stevens setzte der Niederländer einen Tag nach seiner Bestellung auf ein 4-2-3-1-System, besetzte lediglich die beiden Außenverteidigerpositionen neu. Rechts ersetzte Milan Dudic den Ungarn Laszlo Bodnar, links Andreas Ulmer Youngster Martin Hinteregger. Im defensiven Mittelfeld fehlte der gesperrte Abräumer David Mendes, als Solospitze agierte Roman Wallner glücklos.

Der ÖFB-Teamstürmer fand auch die einzigen Großchancen der schwachen Bullen vor. Wallners Drehschuss im Strafraum klärte der Ex-Salzburger Rene Aufhauser aber vor der Linie (5.). Ein leicht abgefälschter Schuss des Angreifers wurde zur Beute von LASK-Torhüter Mandl (19.). Die Salzburger hatten zwar mehr vom Spiel, Zwingendes war aber nur selten dabei. Dabei hatte Moniz seine Philosophie so erklärt: "Im Fußball geht es darum, Torchancen zu kreieren."

Die hatte auch der LASK, ging gar nicht unverdient in Führung. Gustafsson hatte einen Schuss von Tenesor schon zuvor nur auf Raten gebändigt (19.). Drei Minuten später rettete Sekagya nach Querpass von Kragl vor dem einschussbereiten Spanier, der kurz vor der Pause mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausschied. Einen ersten Versuch von Kragl vereitelte Gustafsson noch per Fußabwehr (30.), nach der Pause ließ der LASK-Stürmer auch noch die Großchance auf das 2:0 aus (54.).

Die Salzburger klopften vorerst nur aus der Distanz beim LASK-Tor an. Mandl parierte einen Schuss des eingewechselten Alan (57.) sowie einen von Svento (63.). Eine Kopfball-Vorarbeit von Joker Joaquin Boghossian vermochte Wallner im Strafraum nicht zu nutzen (78.). Ein Versuch von Zarate nach Vorarbeit von Svento wurde abgeblockt (83.), Boghossian köpfelte völlig freistehend über das Tor (87.). Die letzte Ausgleichschance setzte der Ex-Linzer Wallner neben das Tor (90.+1).

Erster LASK-Sieg seit 16 Spielen
Der LASK feierte damit nicht nur im sechsten Spiel unter Neo-Trainer Walter Schachner seinen ersten Sieg, er fuhr auch erstmals seit 16. Oktober (2:1 gegen Wr. Neustadt) oder 16 Spielen in der Liga einen Dreipunkter ein. In Salzburg hatten die Linzer seit dem 11. März 2000 (2:1) nicht mehr gewonnen.

Vergangene Woche hatten sie in Linz nach 1:0-Führung bereits ein 1:1 erreicht - die letzte Partie des Meisters unter Stevens, der einen Tag vor dem Rückspiel abgelöst wurde. Der Zeitpunkt wunderte sogar Schachner. "Einen Tag vor einem Spiel einen Trainerwechsel zu machen, das ist unüblich", erklärte der Coach des Tabellenletzten.

Stimmen zum Spiel
Ricardo Moniz (Salzburg-Trainer): "Ich habe eine Salzburger Mannschaft gesehen, die bis zum 1:0 versucht hat, Fußball zu spielen, wie wir das wollen. Das war natürlich schwierig, weil der Gegner sehr tief gestanden ist. Nach dem 0:1 waren wir zu angeschlagen. Ich habe einen großen Respekt vor Eddie Gustafsson. Er ist so ein großartiger Mensch, Fehler machen wir alle. Wir haben schon in der ersten Hälfte die Ordnung nicht gehalten. Nach der Halbzeit waren wir zu hektisch. Auch konditionell waren manche Spieler nach 60 Minuten nicht mehr fähig, kreativ zu sein."

Eddie Gustafsson (Salzburg-Torhüter): "Das ist typisch für unser ganzes Jahr. Diesmal war es meine Schuld, das ist nicht wegzureden. Ich habe einen Fehler gemacht, wir haben verloren. Wir können aber nicht unter die Erde gehen, wir müssen weiterkämpfen. Wir haben unsere Ziele und müssen nach vorne schauen. Die Chance ist noch da. Wir haben einen neuen Trainer, aber es muss nicht sofort alles besser werden. Ich hoffe, es bringt etwas Neues. Einen Tag vor dem Spiel war es auch ein kleiner Schock für uns Spieler."

Walter Schachner (LASK-Trainer): "Das ist für die ganze LASK-Familie, die schon so lange gedemütigt worden ist. Endlich ist dieser Dreier eingetroffen, von der Leistung her hätten wir ihn schon früher bekommen müssen. Die Mannschaft hat das toll umgesetzt, was wir besprechen und trainieren. Die Gründe waren der Einsatz, das Kämpfen und die Laufbereitschaft. Damit haben wir die individuelle Klasse der Salzburger wettgemacht."

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