Mi, 22. November 2017

Urteil missachtet

08.04.2011 13:37

Weiter Tauziehen um „entführtes“ Kind (5)

Jene tschechische Mutter, der eine Kindesentziehung in Oberösterreich vorgeworfen wird, ist auf Tauchstation gegangen. Kommenden Sonntag endet die vom Gericht in Brünn festgesetzte Frist zur Rückgabe des gemeinsamen fünfjährigen Sohnes an den sorgeberechtigten Vater (im Bild mit dem Kind).

Die Frau hatte den Buben Ende 2010 nach Tschechien gebracht. Nach Einschaltung der Justiz in Oberösterreich und Tschechien hatte sie eine Rückgabe des Fünfjährigen am vergangenen Sonntag zugesagt, aber nicht eingehalten. Seither hörte der Vater nichts mehr von der 27-Jährigen. Dabei sollte am vergangenen Mittwoch die Übergabe des Kindes vereinbart werden.

Vater verzweifelt
"Nichts. Sie hebt nicht ab und ruft nicht an. Ich probier' es seit Mittwoch", sagte der Vater. Sollte sie den Fünfjährigen nicht innerhalb der Frist zurückbringen, könne er ihr abgenommen werden, lautet der Gerichtsentscheid. "Das wäre eine Katastrophe", so der Vater. "Genau das wollte ich vermeiden, aus Rücksicht auf den Buben, aber ich kann nichts mehr machen."

Zwar könne die Tschechin einen Rekurs gegen den Bescheid, der die Rückführung anordnet, einlegen, doch der habe keine aufschiebende Wirkung für die Frist.

Er habe seiner Ex eine Nachricht zukommen lassen, dass er ihr am Sonntag um 12 Uhr bis Budweis entgegenfahre. Diese soll sie angeblich auch erhalten haben, so der Oberösterreicher. Damit fehle ihr die Ausrede, dass sie nicht ausreisen dürfe. "Ich habe gehört, dass sie Interviews gibt, auf arm macht und auf keinen Fall aufgibt", berichtete der 36-Jährige. Zu Hause würden seine Eltern warten, die seinen Sohn übernehmen dürfen, falls die Frau dort mit dem Kind auftauche.

Kommt der Bub am Sonntag nicht zurück, "schauen wir, was das tschechische Gericht am Montag anordnet", so der Vater. Seine Anwältin werde dafür plädieren, dass der Mutter kein weiterer Aufschub mehr gewährt werde.

Entführung am Weihnachtsmarkt
2008 war dem 36-Jährigen das Sorgerecht für das Kind zugesprochen worden. Vor Weihnachten 2010 war die Frau überraschend bei ihrem Ex-Mann aufgetaucht und mit dem Fünfjährigen, der bei seinem Vater im Bezirk Linz-Land gelebt hatte, in ihren Heimatort nahe der polnischen Grenze verschwunden.

Das Bezirksgericht Traun hatte bereits im Jänner in Oberösterreich die Rückführung des Buben angeordnet. Diesen Bescheid bestätigte das Gericht in Brünn vergangene Woche. Es hielt auch fest, dass die Frau das Kind illegal aus Österreich nach Tschechien geholt hat.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden