Fr, 15. Dezember 2017

Zwei Große in Wien

08.04.2011 10:13

Apokalypse für die Ohrwaschel bei Slayer & Megadeth

Slayer heißt der Albtraum aller HNO-Ärzte: Die US-Band veranstaltete am Donnerstagabend im Wiener Gasometer eine Apokalypse für die Ohrwascheln. Auch angeschlagen - Sänger und Bassist Tom Araya darf nach einer Rückenoperation nicht mehr headbangen, Gitarrist Jeff Hanneman war nach einem Schlangenbiss überhaupt außer Gefecht - präsentierten sich die Thrash-Metal-Ikonen einmal mehr hart, laut und kompromisslos. Im Vorprogramm werkten die nicht minder berühmten Megadeth.

Serienmörder, Antichristen und Schlachtfelder prägen die Texte von Slayer, wuchtige Bässe, in diesem Stil unerreicht kraftvolle Drums und messerscharfe Gitarrenriffs die Musik.

Bei einer Show der Kalifornier, die seit 30 Jahren dem Lärm frönen und im Gegensatz zu den Kollegen Metallica nie das breite Publikum angesprochen haben, tritt der Besucher in ein vertontes Gemälde von Hieronymus Bosch: hinter jedem Ton lauert das Böse ("Black Magic"), irre Killer ("Dead Skin Mask") treiben ihr Unwesen, das Fegefeuer naht ("South Of Heaven").

"Torture Misery Endless Suffering" war auf den zum Verkauf angebotenen Tour-T-Shirts zu lesen. Und der Auftritt wurde diesem Motto nur gerecht. Slayer tobten - mit Ersatzmann an der zweiten Klampfe - wie ein Orkan. Dass Gitarrist Kerry King die meisten Soli selbst spielte und damit Gitarrenduelle, ein wesentliches Element des Slayer-Sounds, erst im finalen "Angel Of Death" so richtig zur Anwendung kamen, störte kaum. Es war eine schaurig-schöne Horrorshow, begleitete von permanenten Bierduschen, bei denen selbst Fans von Sturm Graz neidisch werden konnten.

Routinierte Show bei Megadeth
Passabel bis großartig war die vorangegangene Darbietung von Megadeth, der Band von Dave Mustaine - wohl auf ewig der Typ, der einst bei Metallica hinausgeworfen wurde. Die Gruppe zählt neben Anthrax, Slayer und eben Metallica zu den "Big Four" des Genres, sie machte am Donnerstag einen routinierten Eindruck. Von den Fans gefeiert, zündeten Kracher wie "Wake Up Dead" wohl wegen der eher dünnen Stimme Mustaines nicht im gewohnten Feuer. Dafür fudelte der Frontman umso mehr über seine doppelhalsige Gitarre.

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