Mi, 21. Februar 2018

Wieder Atom-Alarm

08.04.2011 14:55

Nach erneutem Erdbeben Sorge um weitere AKWs

Das Katastrophengebiet in Japan kommt nicht zur Ruhe: Nach dem verheerenden Erdbeben vor knapp vier Wochen hat am Donnerstag erneut die Erde gebebt. Während im Unglücksreaktor Fukushima 1 keine weiteren Schäden zu verzeichnen waren, trat im Atomkraftwerk Onagawa leicht verstrahltes Wasser aus einem Abklingbecken aus. Bange Blicke richten sich nun auf den Meiler, der in der Katastrophenregion Miyagi im Nordosten der Insel Honshu liegt. In zwei weiteren Nuklearanlagen fiel durch das Beben der Strom aus, die Notsysteme funktionierten aber.

Bei den Erdstößen der Stärke 7,1 schwappte im AKW Onagawa eine kleine Menge leicht verstrahlten Wassers aus einem Becken für Brennstäbe. Außerdem wurden Lecks an acht Stellen in der Anlage entdeckt, wie der Fernsehsender NHK unter Berufung auf den Betreiber berichtete. Die Strahlung rund um den Meiler 180 Kilometer nördlich des Krisen-AKW Fukushima sei aber nicht erhöht.

Die Anlagen in Onagawa sind zwar seit dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami vor vier Wochen abgeschaltet, die Brennelemente müssen aber weiter gekühlt werden. Aufgrund eines Stromausfalles setzte die Kühlung während des Nachbebens jedoch kurzzeitig aus, berichtet NHK. Mittlerweile funktioniere sie allerdings wieder. Neben den Problemen mit der Stromversorgung und den Lecks im AKW Onagawa haben die Techniker außerdem mit einem beschädigten Teil in einen Turbinengebäude zu kämpfen, das den Druck kontrollieren soll.

Stromausfall brachte Probleme in weiteren AKWs
Durch den Stromausfall in Folge des Nachbebens wurde auch im AKW Higashidori in der Präfektur Aomori und in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho die externe Stromversorgung unterbrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Notversorgung funktioniere aber an beiden Orten.

Verschont blieb diesmal hingegen das Katastrophen-Kraftwerk Fukushima 1, das durch das Beben und den Tsunami am 11. März massiv beschädigt wurde. Es habe keine neuen Schäden gegeben, wie der Betreiber Tepco mitteilte. Die Lage sei unverändert, die Techniker kämpften weiterhin gegen einen drohenden Super-GAU.

Vier Tote und 14 Verletzte bei Nachbeben
Bei dem schweren Nachbeben am Donnerstag starben mindestens vier Menschen, 140 weitere wurden verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von etwa 40 Kilometern in der Präfektur Miyagi, 66 Kilometer östlich von Sendai, das bereits bei der Katastrophe am 11. März verwüstet worden war.

Die jüngsten Erdstöße lösten zahlreiche Brände aus. Straßen wurden gesperrt und Züge angehalten. Unzählige Haushalte waren ohne Wasser und Strom. Vereinzelt fielen Telefonnetze aus. Die Behörden warnten vor möglichen weiteren schweren Nachbeben in der Region.

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