Fr, 17. November 2017

Spitalsreform

06.04.2011 18:00

„Herzversorgung ohne Chirurgie geht nicht“

Betten-Einsparungen würden sich machen lassen, aber der Verlust der Herzchirurgie sei nicht akzeptabel, wehrt sich das Klinikum Wels-Grieskirchen gemeinsam mit den Bürgermeistern der beiden Städte gegen die Spitalsreform – und legt einen eigenen Alternativplan vor, mit dem an Oberösterreichs größtem Krankenhaus ebenfalls gespart werden könne, aber "ohne Einschränkungen der Qualität."

"In der Versorgung von Herzpatienten ist die Chirurgie ein kleines Futzerl, aber ohne sie geht vieles nicht", erklärt der medizinische Geschäftsführer Walter Aichinger (im Bild links mit Raimund Kaplinger, Stadtoberhaupt Maria Pachner aus Grieskirchen und Stadtoberhaupt Peter Koits aus Wels), der zugleich Gesundheitssprecher der Landes-ÖVP ist. "Auch bei den Eingriffen über Katheter, die wir behalten sollen, muss ein Chirurg dabei sein."

Die Expertenkommission erwidert, dass es in Österreich 38 Herzkatheter-Stationen ohne Chirurgie gebe. Der Welser Bürgermeister Peter Koits und seine Grieskirchner Amtskollegin Maria Pachner unterstützen die Klinikum-Vertreter, wobei Pachner am allerwenigsten versteht, dass Grieskirchen die Geburtenstation verlieren soll: "700 Kinder im Jahr werden hier geboren."

"Wir sind keine Reformverweigerer"
Geschäftsführungs-Sprecher Raimund Kaplinger legte am Mittwoch einen Alternativplan vor, wie mit Kooperationen, neuen Formen der Kurzzeit- und Überleitungspflege, ambulanten Operationen und Facharzt-Zentren ebenfalls gespart werden könne. Bei Pflege und ambulanten Augenoperationen laufen am Klinikum bereits Pilotprojekte.

"80 Prozent unserer Vorschläge kannte die Kommission, hat sie aber nicht verwertet", so Kaplinger. Wir sind keine Reformverweigerer, aber die gesundheitspolitischen Auswirkungen machen uns Sorgen.

Kronen Zeitung

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