Fr, 23. Februar 2018

Rache für PS3-Klage

06.04.2011 10:35

Hacker spionieren Kinder von Sony-Mitarbeitern aus

Die Hackergruppe Anonymous ist berühmt-berüchtigt für ihre Aktionen. Immer wieder sehen sich die Unbekannten als virtuelle Rächer, so auch nun im Fall des von Sony geklagten PlayStation-3-Hackers George Hotz. Um ihn zu unterstützen, versucht Anonymous derzeit, persönliche Informationen der Sony-Mitarbeiter zu stehlen. Doch die Gruppe geht noch weiter: Auch Daten der Kinder von Angestellten soll sie im Visier haben.

Zuletzt hatte Anonymous (im Bild die Flagge der Gruppe) Anfang März für Schlagzeilen gesorgt. Die Hacker wollten damals jenes US-Gefängnis, in dem WikiLeaks-Informant Bradley Manning inhaftiert ist, attackieren. Kurz zuvor hatten sie in einem Kleinkrieg den Chef eines Sicherheitsunternehmens demontiert (siehe Infobox).

Am Sonntag nun verkündete Anonymous, sich an Sony für die Klage gegen George Hotz (ebenfalls siehe Infobox) zu rächen. Das Verhalten des Unternehmens sei ein "unverzeihlicher Angriff auf die Redefreiheit und die Freiheit des Internets", ließ Anonymous verlauten. Man werde die Firmenwebsite und zugehörige Netzwerke lahmlegen, so die Ankündigung.

Offenbar hat es Anonymous am Montag und Dienstag tatsächlich geschafft, sowohl die Sony- und PlayStation-Websites als auch das PlayStation Network zumindest zwischenzeitlich lahmzulegen.

Gezielte Suche nach Daten von Kindern
Danach gingen die Hacker noch einen Schritt weiter, berichtet "PlayStation LifeStyle". Die Hacker sollen demnach persönliche Daten von Sony-Mitarbeitern - darunter zahlreiche Führungspersönlichkeiten - und deren Familien sammeln. Dass dabei auch gezielt nach Kindern gesucht wird, soll durch die Beschwerde eines Hackers öffentlich geworden sein: "Hat denn niemand IRGENDWELCHE Infos über Kinder von Stringer (Howard, Chef von Sony Amerika; Anm.)?" Seither seien diese Namen ebenso wie die anderer Kinder von Sony-Mitarbeitern in einer Liste verzeichnet, genau wie Telefonnummern ihrer Eltern, Adressen und andere Daten - sogar der Name einer Ex-Frau eines Sony-Vorsitzenden soll auffindbar sein.

Gefährliche Ideen für gestohlene Infos
Ideen zur Verwendung der Informationen haben die Hacker genug: So raten sie etwa, gefälschte erotische Anzeigen mit den Daten zu schalten - ein besonders für Frauen äußerst gefährlicher, verabscheuungswürdiger Plan. Ein weiterer fragwürdiger Einfall ist, elektronische Postkarten an Bekannte der Person zu verschicken, die implizieren, letztere habe eine sexuell übertragbare Krankheit. Auch das Verschicken von Paketen an die Adressen der Betroffenen oder irritierende Anrufe werden empfohlen.

Nutzer über "erbärmliche" Aktion wenig erfreut
Wie es mit der Aktion und den gestohlenen Daten weitergeht, ist derweil unklar. Im Internet finden sich bereits zahlreiche kritische Stimmen, vor allem von PlayStation-Network-Nutzern, die von den Ausfällen betroffen waren. Unverständnis herrscht auch über die Art des Angriffs - "erbärmlich", so das Urteil vieler User, etwa auf der Facebook-Seite von Anonymous, über die eine Sitzblockade in Sony-Geschäften organisiert werden soll.

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