So, 27. Mai 2018

Grüne Vorwürfe

05.04.2011 13:00

Andritz: Keine Atomtechnologie an Pakistan geliefert

Laut den Grünen könnte die Andritz AG (Bild) mit Sitz in Graz illegal Atomtechnologie nach Pakistan geliefert haben. Das Unternehmen wies Vorwürfe des Grün-Abgeordneten Peter Pilz am Dienstag scharf zurück, diese seien "unseriös und populistisch". Andritz habe weder direkt Hauptkühlmittelpumpen oder sonstige Technologien für Kernkraftwerke nach Pakistan geliefert noch Umgehungsgeschäfte getätigt. Nach Pakistan liefere man nur Standardpumpen für industrielle Anwendungen.

In einer an den Wirtschaftsminister gerichteten parlamentarischen Anfrage legen die Grünen nahe, dass Atomtechnologie nach Pakistan geliefert wurde, einem der fünf Länder der Welt, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben. Dies sei auf Umwegen über eine Lieferung nach China - für ein AKW auf der Insel Hainan, das bis heute nicht existiere - erfolgt. Die ins Reich der Mitte gelieferten Hauptkühlpumpen seien dann im pakistanischen Kraftwerk Chashma gelandet.

In Frageform wird in den Raum gestellt, dass als Mitarbeiter des chinesischen Kooperationspartners getarnte Andritz-Techniker den Einbau der Pumpen in Pakistan überwacht hätten. Ein Andritz-Sprecher schloss auch diesen Vorwurf aus.

Andritz liefert seit vier Jahrzehnten Kühlpumpen
Die Hydro-Division des Grazer Unternehmens liefert seit vier Jahrzehnten Kühlpumpen an Atomkraftwerke. Laut Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner macht dieses Geschäft weniger als ein Prozent des Jahresumsatzes, also weniger als 35 Millionen Euro aus. "Aufgrund der fehlenden Neubauten in Westeuropa kam seit den 1980er-Jahren der Großteil der Aufträge für Hauptkühlmittelpumpen von Kernkraftwerken aus China und Südkorea" und diese würden von der IAEA (IAEO) reglementiert, so die Andritz in ihrer Stellungnahme. Für die Lieferungen lägen Endverbleibserklärungen durch den Kunden vor.

Kernkraftwerkskomponenten, die exportiert würden, würden hinsichtlich ihrer weiteren Verwendung erfasst. Forderungen, den Export von AKW-Komponenten melde- und genehmigungspflichtig zu machen, zeigten eine "erschreckende Unkenntnis der bestehenden gesetzlichen Regelungen", beklagt Andritz.

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