So, 18. Februar 2018

Game-Schwergewicht

04.04.2011 14:09

Immer mitten in die Fresse rein in "Fight Night Champion"

Auf dem Weg an die Spitze kann vieles schiefgehen - und damit sind nicht eine schlechte Tagesform oder Verletzungen gemeint. Schon gar nicht in einer Sportart wie Boxen, die von jeher einen etwas halbseidenen Ruf hatte. Andre Bishop, einst vielversprechendes Talent im Mittelgewicht, hat in EA Sports "Fight Night Champion" diesbezüglich einiges zu erzählen.

Statt in ausverkauften Arenen zu kämpfen, tritt Bishop vor johlenden Zellengenossen gegen Gegner an, die von Fairplay bislang nur gerüchteweise gehört haben. In diese missliche Lage hat ihn ein skrupelloser Box-Promotor namens D.L. McQueen gebracht. Bishop wollte nicht seinen Trainer, Manager und Freund hintergehen. Prinzipientreue und Ehrlichkeit nützen jedoch nichts, wenn der andere ein perfides, falsches Spiel treibt.

Doch Andre Bishop ist ein Gewinner. Er kämpft sich nach und nach wieder heran, um nicht nur der größte Box-Champion aller Zeit zu werden, sondern auch seine Ehre, seinen Ruf und vor allem sein altes Leben zurück zu bekommen.

Der Story-Modus von "Fight Night Champion" ist trotz der vor Klischees nur so strotzenden Geschichte auch für Box-Muffel sehr motivierend. So ist sein Bruder natürlich, trotz aller Warnungen,  zu D.L. McQueen gewechselt und dessen wunderschöne, rechtschaffene Tochter wiederum hat ein Auge auf Bishop geworfen. Rockys Coach Mickey scheint ebenfalls mit von der Partie zu sein. Zumindest hat Bishops Trainer frappierende Ähnlichkeit mit ihm.

Die Story allein würde aber nicht ausreichen, zum Weiterspielen zu motivieren. Dazu trägt die fast schon phänomenale Präsentation bei. Sowohl die Spielgrafik als auch die hervorragend gemachten Zwischensequenzen ziehen einen sofort in ihren Bann. Die Steuerung wiederum wurde glücklicherweise etwas vereinfacht. Das hilft vor allem Einsteigern enorm, um schneller ins Spiel zu finden.

Wildes darauf losschlagen hat wenig Sinn, außer man möchte sehen, wie ein völlig erschöpfter Boxer vom Gegner so richtig vermöbelt wird. Die von EA-Sports genannte "Total Punch Control" ermöglicht es, die Schläge mit dem rechten Analogstick gezielt auszuführen. Ohne Übung wird die Freude daran allerdings enden wollend sein. Ungeduldige können daher auf die klassische Button-Variante zurückgreifen.

Die von der KI gesteuerten Gegner verhalten sich entsprechend ihrem Kampfstil sehr unterschiedlich. Ganz ausgewogen ist das System allerdings nicht. Offensiv agierende Spieler werden möglicherweise an den teilweise fast schon unmenschlichen Konterfähigkeiten verzweifeln. Zudem kommt es eine Spur zu oft zu einem Lucky Punch. Wenn man gerade fünf Runden klar überlegen war und deshalb auf die Bretter muss, lässt das die Stirnader vor lauter aufkeimendem Zorn gefährlich anschwellen.

Abreagieren lässt es sich aber leicht im umfassenden Karriereteil, bei dem der eigene Boxer trainiert, verbessert und finanziert werden muss. Alternativ dürfen auch menschliche Gegner im Online-Part vermöbelt werden. Es wäre nicht EA, wenn nicht sich nicht auch einige originale Boxer im Spiel tummeln würden. Wer möchte nicht einmal gegen Muhammad "The Greatest" Ali, antreten, um seine paar, wenn auch nur virtuellen Minuten Ruhm zu genießen?

Fazit: "Fight Night Champion" besticht durch seine herausragende Präsentation, die Vielfalt an Spielmodi sowie seine gute Spielbarkeit. Sowohl Profis als auch Anfänger werden eine adäquate Herausforderung finden. Verbesserungswürdig ist lediglich die KI. Am sehr guten Gesamteindruck ändert das freilich nichts, lediglich ganz besonders friedliebende Spielernaturen werden keinen Spaß mit diesem Titel haben.

Plattform: PS3 (getestet), Xbox 360
Publisher: EA Sports
krone.at- Wertung: 9/10

von Harald Kaplan

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