So, 19. November 2017

Pereira rührt um

04.04.2011 12:44

Mehr Premieren bei Festspielen mit den Philharmonikern

Alexander Pereira, designierter Intendant der Salzburger Festspiele, will mehr Neuproduktionen, weniger Wiederaufnahmen und jährlich eine Opern-Uraufführung für Salzburg - und hat diese Pläne nun auch in dem neuen Vertrag der Festspiele mit den Wiener Philharmonikern festgeschrieben. Ab 2012 wird das Orchester daher für vier Premieren pro Saison zur Verfügung stehen, ab 2013 steht jährlich eine Opern-Uraufführung auf dem Spielplan. "Ich möchte die Einmaligkeit der Saison deutlich verstärken", so Pereira.

Wiederaufnahmen sollen unter der Intendanz Pereira daher die Ausnahme und nicht mehr die Regel sein - was allerdings nicht für Übernahmen von den Pfingstfestspielen gilt. Für 2012, wo statt einer Uraufführung "ein ganz großes Werk der Tradition" im Mittelpunkt stehen wird, bedeutet dies neben drei weiteren Premieren mit den Philharmonikern und einer mit dem Mozarteum Orchester zusätzlich die Übernahme des "Giulio Cesare" (mit dem Giardino Armonico) von Pfingsten. Für die Jahre 2013 bis 2016 sind bereits Opern-Kompositionsaufträge vergeben.

"Erbsenzählerei" nun Geschichte
Für die Philharmoniker, mit denen für den neuen Vertrag "circa 60 Stunden verhandelt" wurde, bedeutet die Neuregelung "deutlich mehr Arbeit, aber auch eine viel interessantere Einbindung", unterstrich Pereira. Diskussionen und "Erbsenzählerei" über die Anzahl von Proben - die jeweils einzeln von den Festspielen bezahlt wurden - sei nun Geschichte.

Orchester machte Konzessionen
"Irgendwann kommt der Punkt, wo man sich fragt: Sind wir Künstler oder sind wir Kaufleute", so Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg. Es sei "entwürdigend", wenn man eine Probe mehr machen wolle - sie aber wegen finanziellen oder räumlichen Engpässen nicht bewilligt bekomme. "Überall sonst im Ausland haben wir eine Gage pro Abend, das wollten wir für Salzburg auch." Was die Finanzen betrifft, betonte Pereira, habe es seitens des Orchesters mehr Konzessionen gegeben, "als die Festspiele mehr bezahlen".

Dass anspruchsvolle Programme "unterprobt" zur Aufführung kommen, soll künftig also nicht mehr vorkommen. "Damit werden 2013 Projekte möglich, die sonst niemals denkbar gewesen wären", beschrieb der Intendant den "ziemlichen Paradigmenwechsel", der den Festspielen bevorsteht. Mit einer kostenintensiveren Spielplan-Politik der Neuproduktionen kann auch Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler leben. "Ich halte das sehr gut aus", erklärte sie. Zwar habe sie persönlich Wiederaufnahmen durchaus geschätzt, "aber es ist gut für die Festspiele, wenn ein Intendant nicht nur in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt. Also werde ich alles tun, damit die Meinung des Intendanten gilt."

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