So, 27. Mai 2018

"Tod Amerika"

02.04.2011 12:10

Tote bei Protesten in Kabul gegen Koranverbrennung

Bei neuerlichen Protesten gegen die von dem umstrittenen Pastor Terry Jones initiierte Koranverbrennung in den USA sind in Afghanistan am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden. Die Menschen seien bei einer Demonstration im südafghanischen Kandahar erschlagen oder durch Steinwürfe tödlich getroffen worden. Weitere 73 Menschen wurden verletzt, berichtete Zelmai Ayoubi, Sprecher des Gouverneurs von Kandahar. Am Vortag waren bei einem Angriff auf die örtliche UNO-Vertretung sieben Mitarbeiter getötet worden.

Über 2.000 Menschen zogen durch die Straßen der geistlichen Hochburg der Taliban, zündeten Reifen an, warfen Schaufensterscheiben ein und griffen einen Fotografen an. Auch Schüsse seien zu hören gewesen, berichteten Zeugen am Samstag. Die Polizei hielt Journalisten von der wütenden Menge fern. Ein Sprecher der Provinzregierung erklärte, die gewaltsamen Proteste seien von den Taliban geplant worden.

Sieben UN-Mitarbeiter getötet
Am Vortag hatten Demonstranten nach dem Freitagsgebet im nordafghanischen Mazar-i-Sharif aus Protest gegen die Koranverbrennung die örtliche UN-Vertretung angegriffen. Beim bisher folgenschwersten Angriff auf die Vereinten Nationen am Hindukusch wurden sieben ausländische UN-Mitarbeiter getötet, darunter eine norwegische Pilotin und ein schwedischer Jurist. Auch fünf Angreifer kamen bei dem Überfall ums Leben. Wie ein Vertreter der afghanischen Polizei mitteilte, wurden einige der UN-Mitarbeiter enthauptet.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff und forderte von der afghanischen Regierung Konsequenzen sowie eine lückenlose Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten gefunden und bestraft werden. Auch andere Staaten forderten ein hartes Durchgreifen Kabuls. Nach Angaben aus Afghanistan wurden inzwischen 27 Angreifer festgenommen.

Koranverbrennung in den USA als Auslöser
Auslöser der Proteste war eine Aktion des radikalen Pastors Terry Jones in Florida. Der umstrittene Pastor aus Gainesville hatte nach Angaben der "New York Times" schon am 20. März einen Koran in seiner Gemeinde verbrannt. Dies war jedoch zunächst weitgehend unbemerkt geblieben. Bereits im vergangenen Jahr hatte der 58-Jährige eine Koranverbrennung angedroht, davon aber nach internationalen Protesten abgelassen.

Hass-Prediger weist Mitschuld von sich
Eine Mitschuld am Tod von mindestens sieben UN-Mitarbeitern wies der radikale Prediger zurück. Dafür fühle er sich in keiner Weise verantwortlich, sagte Jones am Freitag der britischen BBC. In einer Erklärung sprach der fundamentalistische Geistliche dem Islam zudem die Friedfertigkeit ab. "Der Islam ist keine Religion des Friedens."

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