So, 25. Februar 2018

Tod im Kinderzimmer

02.04.2011 15:11

D: Onkel nach Mord an zwei Mädchen festgenommen

Sharon (11) und Chiara (8) aus dem oberbayerischen Krailling sollen vom eigenen Onkel ermordet worden sein. Die Ermittler haben den 50-Jährigen am Freitag in Peißenberg - rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt - vor seinem Haus festgenommen. In den Vernehmungen habe der Mann noch kein Geständnis abgelegt, sagte der Leiter der Sonderkommission, Markus Kraus (rechts im Bild), am Samstag in München. Auch das Motiv sei bisher völlig unklar.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es einen Erbschaftsstreit gegeben haben. Der Tatverdächtige ist demnach selbst Vater von vier Kindern und seit einem Hausbau verschuldet. Seine Frau erkrankte an Brustkrebs, einem Sohn musste ein Teil einer Leber verpflanzt werden, wie Zeitungen weiter berichteten. Die Polizei äußerte sich bislang nicht dazu.

Mutter entdeckte Leichen
Die Ermittler waren dem angeheirateten Onkel, der sich ohne Widerstand festnehmen ließ, mit DNA-Spuren vom Tatort auf die Spur gekommen. Sharon und Chiara waren in der Nacht auf den 24. März in ihren Kinderzimmern umgebracht worden. Die Mutter entdeckte ihre leblosen Kinder, als sie von der Arbeit in einer rund 100 Meter entfernten Gaststätte nach Hause kam. Die Ermittlungen ergaben vielfältige Gewaltspuren an beiden Kindern, aber kein Sexualdelikt.

"Aufgrund der Spurenlage besteht ein dringender Tatverdacht", teilte die Sprecherni der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Titz, mit. Die Anklagebehörde werde Haftbefehl wegen zweifachen Mordes beantragen. Das Mordmerkmal sei Heimtücke. "Wir gehen davon aus, dass er die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt hat."

Ob der Täter die Mädchen im Schlaf überraschte, wollten die Ermittler nicht sagen. Auch zum Tatablauf gaben sie keine Details preis. Der 50-Jährige habe Zugang zu dem Haus gehabt, "wie jeder andere auch", sagte Titz. Die beiden Mädchen sollen regelmäßig nachts alleine gewesen sein, die Wohnungstür war nicht immer abgeschlossen.

Verdächtiger gab freiwillig Speichelprobe ab
Der 50-Jährige war bereits kurz nach der Tat von der Polizei vernommen worden. Damals gab er freiwillig auch eine Speichelprobe ab, die am Freitag beim Abgleich mit Spuren vom Tatort zu dem Treffer der Rechtsmedizin führte. Um 17 Uhr wurde er von Spezialkräften der Polizei festgenommen. Die Frau und Kinder des Verdächtigen hätten die Festnahme nicht mitbekommen, sagte Kraus von der SOKO "Margarete". Sie ist nach der Straße benannt, in der die Tat geschah.

Im Verhör habe der Mann einen "eher distanzierten, desinteressierten Eindruck" gemacht. Zwischen der ersten und zweiten Vernehmung habe er sich jedoch in Widersprüche verwickelt. Kraus berichtete, dass der nicht vorbestrafte Mann verletzt sei. Die Verletzung könnte von der Tat stammen, dies müsse jedoch durch Untersuchungen geklärt werden.

Da die Vernehmung des Verdächtigen andauert, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft keine Einzelheiten zur Spurenlage, zum Ablauf der Tat, genauen Zeitpunkt oder zu den Tatwaffen machen. Am Tatort waren ein Messer und eine Hantel sichergestellt worden. "Wir gehen beim gefundenen Messer davon aus, dass es als Tatwaffe verwendet wurde. Auch bei der Hantel bestehen Anhaltspunkte dafür", sagte Kraus.

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