Sa, 26. Mai 2018

Anti- und Pro-Demos

01.04.2011 15:02

Jemens Saleh tritt nicht ab: "Werde mein Blut opfern"

Hunderttausende Menschen haben am Freitag im Jemen sowohl für als auch gegen den seit 32 Jahren regierenden Präsidenten Ali Abdullah Saleh (Bild re.) demonstriert. Auf dem Taghier-Platz in der Hauptstadt Sanaa sagte ein muslimischer Geistlicher zu den Saleh-Gegnern (Bild li.): "Unsere Revolution ist friedlich und wird friedlich bleiben." Saleh wiederum ließ trotz der Massenproteste keine Bereitschaft erkennen, von seinem Amt zurückzutreten: "Ich schwöre euch, dass ich mein Blut und meine Seele und alles mir Kostbare für das Wohl dieses Volkes opfern werde."

Saleh fordere mit der Starrsinnigkeit, mit der er sich gegen seinen Rücktritt sträube, "die Geduld und den starken Willen" der Protestbewegung heraus, so der muslimische Geistliche. Einen geplanten Marsch zum Präsidentenpalast hatte die Opposition abgesagt, um eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern. Sie hatte zu einem Protest unter dem Motto "Freitag der Rettung" aufgerufen. Der bedrängte Staatschef mobilisierte seine eigenen Anhänger unter der Parole "Freitag der Solidarität".

Bisher über 100 Tote
Am vergangenen Freitag war es in Sanaa trotz großer Kundgebungen für und gegen den Staatschef zu keiner neuen Gewalt gekommen. Am Freitag vor zwei Wochen hingegen hatten Heckenschützen des Regimes in eine Menge von Saleh-Gegnern geschossen und Dutzende Menschen getötet. Insgesamt starben bei den Angriffen auf die Protestierenden bisher mehr als 100 Menschen, über 1.000 weitere Personen wurden verletzt.

Al-Kaida-Rückzugsort
Zuletzt hatte Saleh Zugeständnisse in Aussicht gestellt, den von der Opposition geforderten sofortigen Rücktritt aber abgelehnt. Westliche Staaten und das benachbarte Saudi-Arabien äußerten sich besorgt, dass bei einem Rückzug des Präsidenten ein Machtvakuum entstehen könnte, von dem die im Land äußerst aktive Extremisten-Gruppe Al-Kaida profitieren könnte.

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