Mi, 22. November 2017

Nach Ausladung

01.04.2011 14:24

Jelinek, Scharang und Turrini stehen hinter Ziegler

Die Autoren Elfriede Jelinek, Michael Scharang und Peter Turrini haben sich mit dem Sachbuchautor, Globalisierungskritiker und Politiker Jean Ziegler solidarisiert. Ziegler war von der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) als Festredner zur Eröffnung der Salzburger Festspiele erst ein- und dann wieder ausgeladen worden. Für die Autoren ist der Umgang mit dem 76-jährigen Schweizer Intellektuellen inakzeptabel.

"Wir empfehlen den Salzburger Festspielen, sich diesmal selbst auszuladen und den Festspielsommer mit der Schmach und der Schande zu verbringen, mit der sie sich überhäuft haben", empfehlen die Autoren in einem gemeinsamen Statement.

Nähe zu Gadafi ist dem Land ein Dorn im Auge
Zuständig für die Bestellung der Festspielredner ist traditionell das Land Salzburg. Landeshauptfrau Burgstaller hatte sich von Ziegler nun wegen dessen angeblicher Nähe zu Libyens Diktator Muammar Gadafi distanziert. Auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, die den Festspielredner gerne selbst aussuchen würde, hat sich gegen Ziegler stark gemacht und betonte, der Schweizer sei sicher nicht auf ihrer Wunschliste gestanden.

Zinggl: "Sponsoren diktieren"
Stimmen, die Interventionen von Sponsoren hinter der Ausladung erahnen, haben sich indes gehäuft. So kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen: "Sponsoren und Lobbys diktieren das Festspielprogramm und verhindern demokratischen Diskurs."

Dass Interventionen zu dem Schritt geführt haben könnten, wiesen sowohl Burgstaller als auch Rabl-Stadler entschieden zurück: "Unsere Sponsoren wussten nicht einmal von der Bestellung Zieglers" so Rabl-Stadler.

Die Salzburger Grünen planen eine Gegenveranstaltung, bei der Jean Ziegler sprechen soll. Ziegler selbst sagte am 5. März in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Ich habe den Literaturpreis dieses Psychopathen (Gadafi, Anm.) abgelehnt". Er erklärte den Diktator in diesem Interview für verrückt und forderte ein Eingreifen in Libyen.

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