So, 27. Mai 2018

Zwei Mrd. Schulden

01.04.2011 09:55

Pleitegeier kreist über Gemeinden der Steiermark

Die Lage vieler steirischer Gemeinden ist prekär: Zwei von drei Kommunen bekommen durch den Finanzausgleich weniger Geld, vor allem die Obersteiermark trifft es massiv. Befunde, welche die Grazerin Julia Hiebler in ihrer brandneuen Studie an der Grazer Universität belegt. Die Finanzschulden der 542 Kommunen sind um 3,6 Prozent gestiegen - auf zwei Milliarden Euro!

Aktuell schließen ja 190 Gemeinden mit einem Minus ab - schuld daran sind explodierende Sozialbudgets und ein jahrelanges Leben über den Verhältnissen. "Hinzu kommen riskante Spekulationen und die Auswirkungen der Finanzkrise", analysiert Julia Hiebler in ihrer Masterarbeit an der Grazer Karl-Franzens-Universität.

An sich sind solche wissenschaftliche Studien ja eine eher trockene Materie - doch das Werk der Grazerin hat’s in sich. So sind die Finanzschulden der steirischen Gemeinden von 2007 auf 2008 um gewaltige 3,6 Prozent gestiegen und haben die Schallmauer von zwei Milliarden Euro durchbrochen. "Es zeigt sich, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei den kleinsten und den größten Gemeinden am höchsten ist", weiß Hiebler.

Umgerechnet fielen für jeden Steirer 1.712 Euro an Schulden bzw. 69 Euro an Zinsen an. Besonders problematisch sei, dass Gemeinde-Investitionen 3.000 Jobs absichern, akute Finanznöte diese Jobs aber gefährdet hätten. Insgesamt 335 Bürgermeister hat die Wissenschaftlerin vor ihr Mikrofon gebeten, um den Status Quo zu erheben:

  • Demnach haben 71,6 Prozent der Gemeinden weniger Geld aus dem Finanzausgleichs-Topf erhalten.
  • 2010 sei man mit den größten Kostensteigerung im Sozialbereich konfrontiert gewesen.
  • Und 61,5 Prozent der Ortschefs bedauerten, für Investitionen fehle das Geld.

Das Buch "Analyse der finanziellen Situation in den steirischen Gemeinden" ist eines, das in keiner Gemeindestube fehlen sollte. Erhältlich ist es beim Verlag "unipress graz".

von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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