Fr, 15. Dezember 2017

'Völlig unhygienisch'

29.03.2011 16:55

"Katastrophales Bild" bei Kontrolle des Tierheims Stadt

Erschütternde Zustände im Salzburger Tierheim haben die Unfallverhüter der AUVA bei einer Kontrolle vor wenigen Tagen festgestellt. "Die Begehung ergab ein katastrophales Bild", fand Experte Friedrich Keuschnigg. In der Quarantänestation blüht der Schimmel, Essen der Pfleger liegt neben Tier-Arzneien im Kühlschrank.

"Die Quarantäne-Räume Q5 und Q7 sind mit gefährlichem Schimmel behaftet", stellte Keuschnigg ganz entsetzt fest. Außerdem fehlt in diesen Zimmern eine Querdurchlüftung. Doch das sind beileibe nicht die einzigen schweren Mängel im Tierheim an der Karolingerstraße: Der Sozialraum für die Mitarbeiter ist völlig unhygienisch – dort werden Vögel und Hunde gehalten, die Mitarbeiter sollen aber hier ihre Mahlzeiten aufwärmen und auch essen. Für die Speisen haben sie nicht einmal einen eigenen Kühlschrank – Lebensmittel sind im Schrank der Veterinärin untergebracht, direkt neben den Medikamenten für die Tiere.

"Katastrophales Bild des Tierheimes"
Außerdem hapert es beim Schutz vor ätzenden Chemikalien. Um Infektionen und Gestank zu verhindern, wäre ein eigener Kasten für die Bekleidung der Mitarbeiter nötig – auch der fehlt. In den Zwingern ist durch das dauernde Gebell der Hunde ein "sehr hoher Lärmpegel", der den Tierpflegern die Arbeit zusätzlich erschwert. Die Kontrolleure der AUVA urteilten ganz trocken: "Die Begehung ergab ein katastrophales Bild des Tierheimes", vermerkten sie in ihrem Bericht.

Vertrag mit Tierschutzverein wird sofort gekündigt
Die Politik zog sofort die Konsequenzen, als diese Zustände bekannt wurden: "Es reicht jetzt endgültig", sagte Stadt-Vize Harald Preuner erschüttert. Er holte sich im Kollegium (Stadtregierung und Klubchefs) die Genehmigung, "dass wir den Vertrag mit dem Tierschutzverein sofort kündigen. Das erfolgt schon in den nächsten Tagen. Ich habe jetzt endgültig das Vertrauen in diese Herrschaften verloren. Was sich im Tierheim derzeit abspielt, ist untragbar. Nun ist eine neue Führung fürs Tierheim unbedingt notwendig", wetterte Preuner.

Auch Landesrat Sepp Eisl ist empört: "Der Schimmel im Heim kann nicht nur die Mitarbeiter gefährden – dadurch ist auch die Gesundheit der Tiere bedroht", befürchtet Eisl. Dieser Bericht der AUVA "ist ein weiterer Beleg, wie schlecht die derzeitige Führungsmannschaft des Tierheimes arbeitet."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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