So, 19. November 2017

Jamiroquai live

29.03.2011 00:25

Galaktischer Trip mit dem Space Cowboy in Wien

Der Mond hing tief über der Wiener Stadthalle, als die britischen Acid-Jazzer von Jamiroquai am Montagabend die Bühne derselbigen betraten. Dass ruhig noch ein paar mehr Fans hineingepasst hätten, störte Frontmann Jay Kay nicht: "I'm getting older but I'm still here", witzelte der ansonsten wortkarge, aber sichtlich gut gelaunte Space Cowboy im Indianerkostüm.

Den Auftakt der zweistündigen "Funk Space Opera" unterm Deko-Planetensystem bildete "Rock Dust Light Star" - namensgebender Opener des im November vergangenen Jahres erschienen Albums Nummer sieben, mit dem sich Jamiroquai nach fünfjähriger Abstinenz nun gewohnt spielfreudig zurückmeldeten. Es waren aber vor allem die alten Songs wie "Cosmic Girl" oder "Use The Force", die die Stimmung zunächst zum Köcheln und später zum Brodeln brachten.

Spätestens mit "Space Cowboy" hatte Jay Kay die Stadthalle in eine "interplanetary good vibe zone" verwandelt. Begleitet vom satten Groove der Rhythmuskombo, treibenden Bläsersätzen und den stimmgewaltigen Backgroundsängerinnen fielen – zumindest vereinzelt – schließlich auch im Publikum die Hemmungen. Jay Kays Aufforderung, ihm doch auch den Rest zu geben, wollte die am Oberkörper bis auf den BH entblößte junge Dame dann aber doch nicht nachkommen.

Der 41-jährige Speed-Junkie, dessen Liebe zu schnellen Autos auch auf den Videoleinwänden immer wieder thematisiert wurde, nahm's gelassen und angelte sich kurzerhand die nächste Schönheit aus dem Publikum, um mit ihr über die Bühne zu schweben. Kopfschmuck und Jute-Überwurf forderten im Anschluss zwar kurzzeitig ihren Tribut, doch mit der Hilfe eines "eiskalten Bieres" brachte sich der Grammy-Gewinner für die zweite Halbzeit wieder in Stimmung.

Bei Hits wie "Deeper Underground", "Travelling Without Moving" oder "Feels Just Like It Should" konnte schließlich auch die Band beweisen, dass sie das "Jam" im Bandnamen nicht umsonst trägt. Das Ende folgte dann – wie immer – viel zu früh zu den Klängen von "White Knuckle Ride". Dass sich der Mann vom Mond nicht mit "Virtual Insanity", sondern den Worten "Have a great summer" von Wien verabschiedete, sei ihm nach diesem galaktischen Trip mehr als vergönnt.

von Sebastian Räuchle
Fotos: Andreas Graf

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