Di, 21. November 2017

Kein Alkohol im Spiel

28.03.2011 12:38

Bursche erlitt 14 Messerstiche - Zweifel an Notwehr

Nach der fatalen Messerstecherei am Sonntagvormittag im niederösterreichischen Weigelsdorf, bei der ein 16-Jähriger getötet wurde, steht nun fest, dass dem Burschen 14 Stiche zugefügt wurden, tödlich war ein Stich ins Herz. Der mutmaßliche Täter, ein 17 Jahre alter Freund des 16-Jährigen, ist laut Polizei geständig, beharrt aber auf Notwehr. Doch gegen diese Version spricht laut Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt, dass einige Stichwunden am Rücken des Opfers waren. Der 17-Jährige wird wegen Mordverdachts angezeigt.

Als die Freunde am Samstag gemeinsam zum Clubbing in einer Scheune in Unterwaltersdorf aufgebrochen waren, waren die beiden Burschen noch ein Herz und eine Seele gewesen. Und auch am Sonntagmorgen, als sie das Fest gemeinsam verließen, schien noch alles in Ordnung. Doch dann schlug der 17-Jährige gegen 7 Uhr in Unterwaltersdorf angeblich eine Fensterscheibe ein, woraufhin der Jüngere bei der Polizei angerufen und den Fall gemeldet habe. Eine entsprechende Anzeige liege aber nicht vor, so Schuch am Sonntagabend.

Nichtsdestotrotz besuchte das Duo nach diesem Vorfall gemeinsam die Familie des 17-Jährigen in Unterwaltersdorf. Doch dort geriet der Jüngere in einen Streit mit dem Großvater seines Freundes. Als es dem Vater des Älteren reichte, warf er beide Burschen hinaus und riet ihnen, schlafen zu gehen, schilderte Schuch.

Opfer mit eigenem Küchenmesser erstochen
Am Weg nach Weigelsdorf kam es dann zu dem letzten, schleißlich tödlichen Streit. Auslöser dürfte diesmal gewesen sein, dass der mutmaßliche Täter nach Hause wollte, das spätere Opfer aber nicht. Im Zuge der fatalen Auseinandersetzung soll der Jüngere ein etwa 25 Zentimeter langes Küchenmesser gezogen und seinen Bekannten bedroht haben. Der 17-Jährige nahm dem Freund die Waffe daraufhin weg und stach mehrfach zu. Aus Notwehr, wie er den Beamten später sagte. Danach ging der Bursch nach Hause.

Zwei Jäger, die aus einiger Entfernung die Tat beobachtet hatten, verständigten Polizei und Notarzt. Beim Eintreffen der Rettung war der 16-Jährige aber bereits tot. Der mutmaßliche Täter sei relativ rasch ausgeforscht worden, erzählte Schuch. Er wurde zu Hause angetroffen und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Opfer dürfte Messer den ganzen Abend bei sich gehabt haben
Am Montagvormittag hieß es vom Landeskriminalamt, dass der 17- Jährige geständig sei, aber von Notwehr spreche. Der Bursche habe leichte Schnittverletzungen an der Handfläche, was darauf hindeute, dass er tatsächlich dem 16-Jährigen das Messer abgenommen hatte, als dieser ihn bedrohte. Der 16-Jährige dürfte das Küchenmesser die ganze Nacht bei sich gehabt haben - der Vater und der Großvater des 17-Jährigen erklärten laut Schuch nämlich, das Messer nicht zu kennen.

Alkotest ergibt nur minimalen Wert
Die Obduktion der Leiche wurde noch am Sonntag durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge traf von den 14 Stichen einer das Herz des jungen Mannes und war tödlich. Die Notwehr-Theorie des 17-Jährigen sei aufgrund der Vielzahl der Stiche anzuzweifeln, meinten die Ermittler, vor allem, da einige Stichwunden am Rücken des Opfers waren.

Alkohol war - zumindest zum Tatzeitpunkt - nicht im Spiel. Ein entsprechender Test habe einen minimalen Wert ergeben. Eine chemische Untersuchung soll noch Aufschluss über etwaige andere eingenommene Substanzen geben; was die Ermittler dem Eindruck nach, den der mutmaßliche - hörbeeinträchtigte - Täter gemacht habe, aber ebenfalls nicht annehmen.

Kronen Zeitung und krone.at

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