Sa, 21. Oktober 2017

Sensations-Entscheid

25.03.2011 16:56

Schmerzensgeld für zwei Hunde nach üblem Autounfall

Es ist ein Auffahrunfall wie Hunderte andere auch gewesen – doch zur menschlichen Tragik ist dann auch noch das Schicksal zweier Hunde gekommen. Denn "Nemo" und "Baghira", die Lieblinge einer "Vier Pfoten"-Tierschützerin, wurden aus dem Auto geschleudert und schwer verletzt. Doch jetzt der Knalleffekt: Erstmals wurde nun auch Schmerzensgeld für Tiere zuerkannt.

Es war im Oktober 2010, als die "Vier Pfoten"-Aktivistin Ursula Aigner auf der Südautobahn bei Traiskirchen (Bezirk Baden) mit ihren Hunden plötzlich unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde. "Wir sind von hinten gerammt worden", schilderte die engagierte Tierschützerin der "Krone".

"Nemo" und "Baghira" durch Heckscheibe geschleudert
Durch die Wucht des Anpralls zerbarst die Heckscheibe: "Nemo" und "Baghira", zwei speziell für die Betreuung von Kindern ausgebildete Therapiehunde, wurden ins Freie geschleudert. Die Vierbeiner hetzten in Panik und schwer verletzt davon. Während Rüde "Nemo" kurz darauf zitternd am Pannenstreifen aufgefunden wurde, war "Baghira" erst verschwunden.

Ursula Aigner: "Wir haben sie erst zwei Stunden später einige Kilometer weit weg gefunden. Unsere arme "Baghira" hatte Abschürfungen und eine Beinverletzung erlitten. Beide Tiere waren noch Wochen nach dem Vorfall schwer traumatisiert. Wir konnten sie nicht zu den Kindern lassen."

Überraschung durch Niederösterreichische Versicherung
Doch jetzt eine positive Überraschung: Die Haftpflichtversicherung des schuldigen Lenkers rang sich zu einer bahnbrechenden Entscheidung durch. Auch den Hunden wurde Schmerzensgeld (insgesamt 2.000 Euro für Frauerl UND ihre Lieblinge) zugesprochen. In der lobenswerten Begründung der Niederösterreichischen Versicherung heißt es: "Tieren gebührt eine bessere Behandlung als einer kaputten Heckscheibe."

"Das ist umso bemerkenswerter, als Tiere nach dem Gesetz noch immer als Sache bewertet werden", freuen sich die "Vier Pfoten"-Chefs Johanna Stadler und Helmut Dungler.

von Mark Perry, Kronen Zeitung

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