Di, 17. Oktober 2017

Gut Aiderbichl

25.03.2011 11:00

Aufhauser: „Tierschutz ist auch Menschenschutz“

Das Schicksal der 16 Pferde des Amokläufers von Klosterneuburg ist nur eines von vielen, das Dank Michael Aufhauser keinen weiteren tragischen Verlauf nehmen muss. Der Salzburger half schon so oft und rettete nicht nur Tausende Tiere, sondern machte durch seine Taten auch viele, viele Menschen glücklich.

"'Tierschutz ist auch Menschenschutz', das war schon immer mein Motto", erzählt Michael Aufhauser ganz bescheiden. Im Jahr 2001 hat er mit der Eröffnung von Gut Aiderbichl ein Paradies für Tiere erschaffen. Über 2.000 Hunden und Katzen konnten Aufhauser und seine Mitarbeiter zu einem neuen Start verhelfen. Zudem wurden mindestens 1.000 Pferde, Esel und Ponys gerettet.

Autistischer Bub begann auf Gut Aiderbichl wieder zu sprechen
Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Tierdiplomaten die Geschichte von vier Ponys, die zu einem Schlachthof nach Italien gebracht werden sollten. Die Besitzerin war verstorben, die Erben wollten die Tiere loswerden. Aufhauser kaufte die Ponys frei. Als sie auf Aiderbichl eintrafen, war gerade eine Familie mit ihrem autistischen Sohn, Eric, zu Gast. Der Bub schloss eines der Ponys, "Schecky", sofort ins Herz. Eric wollte sich auf Scheckys Rücken setzen, Aufhauser erlaubte das. Und plötzlich begann der Junge, der seit über zwei Jahren kein Wort mehr gesprochen hatte, wieder zu reden. Eric kam in der Folge noch oft zu Besuch, um Schecky zu füttern und zu streicheln.

Tierparadies für Kühe geschaffen
Aber auch das Schicksal des Bauern Leopold aus Kilb in Niederösterreich rührt zu Tränen. Der Landwirt stand mit 66 Jahren völlig alleine da. Seinen 60 Kühen gönnte er auf 20 Hektar Weideland große Freiheit. Doch Leopold war überfordert und konnte sich diese natürliche Haltung schließlich nicht mehr leisten. Als die Zwangsversteigerung drohte, bat Leopold auf Gut Aiderbichl um Hilfe. Und das Wunder geschah: Michael Aufhauser kaufte Leopolds Hof und verwandelte ihn in ein zweites Gut Aiderbichl, ein Tierparadies speziell für Kühe.

Aufhauser ließ auch eine Frau aus der Nähe von Salzburg nicht im Stich. Die Pensionistin hatte niemanden mehr und war an Krebs erkrankt. Doch sie wollte ihre Pferde "Shavonne" und "Sonella" in guten Händen wissen. Und Aufhauser nahm die Tiere bei sich auf. Nie wird er die Worte der Pensionistin vergessen, als er ihr die Übernahme ihrer Lieblinge zusagte: "Sie haben mich sehr glücklich gemacht!"

Und da sind noch so viele Notfälle, in denen der Tierdiplomat helfen konnte. Etwa jener der Pudeldame "Bibi". Ihr Frauchen war ins Koma gefallen, die Verwandten wollten den Vierbeiner einschläfern lassen. Die Tierärztin brachte das nicht übers Herz und rief auf Gut Aiderbichl an. Natürlich fand "Bibi" so ein neues Zuhause. Auch fünf Laborschweine, die nach einer Versuchsreihe "ausgemustert" werden sollten, fanden in Henndorf ein neues Obdach.

Aufhausers Arbeit ist Gott sei Dank noch lange nicht beendet: Er wird auch in Zukunft noch viele Tiere retten und Menschen dadurch glücklich machen.

Kronen Zeitung

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