Di, 21. November 2017

Auf AMS-Kosten

24.03.2011 20:22

Pärchen bummelte über den Globus bei vollem Taggeld

Sonnenbaden in Thailand, Bergsteigen in Neuseeland, ein gemütlicher Cocktail in Argentinien: Von der "wertvollsten Erfahrung ihres Lebens" sprechen Christina und Ritchy, wenn sie im Internet von ihrer einjährigen Weltreise berichten. Finanziert wurde der Trip – zumindest teilweise – vom Arbeitsmarktservice (AMS). Und das völlig legal.

Das Modell nennt sich "Freistellung gegen Entfall der Bezüg" und funktioniert wie folgt: Christina hat sich von ihrem Arbeitgeber für ein Jahr karenzieren lassen. Der Baukonzern stellte als Ersatz einen Arbeitslosen ein.

Die Weltenbummlerin, die ihre Versicherungszeiten "beisammen hatte", bekam fortan Taggeld ausgezahlt – in voller Anspruchshöhe. Doch anders als herkömmliche AMS'ler, die dem heimischen Arbeitsmarkt ständig zur Verfügung stehen müssen, können solche Karenzierten praktisch tun und lassen, was sie wollen. Auch eine Weltreise, erklärt AMS-Sprecher Sebastian Paulick: "Allerdings kommen derartige Fälle extrem selten vor."

Warum der Gesetzgeber diese Möglichkeit geschaffen hat, darüber kann selbst das AMS nur spekulieren. Vermutlich soll Langzeitarbeitslosen auf diese Weise die Chance eröffnet werden, wieder Job-Luft zu schnuppern. Jedenfalls schönt es die Statistik: Karenzierte und Ersatz scheinen nicht als beschäftigungslos auf.

von Alex Schönherr, "OÖ Krone"
Symbolbild

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