Do, 23. November 2017

Humorvoller Wunsch

25.03.2011 12:59

Elizabeth Taylor kam zur eigenen Beerdigung zu spät

Im Kreise von Freunden und Verwandten und abgeschottet von der Öffentlichkeit ist die verstorbene Hollywood-Schauspielerin Liz Taylor beigesetzt worden. Sie wurde am Donnerstag, einen Tag nach ihrem Tod, auf dem Friedhof Forest Lawn Memorial Park nahe Los Angeles beigesetzt, auf dem auch der 2009 verstorbene Popstar Michael Jackson begraben liegt. Bei der Beerdigung wurde ihr ein humorvoller letzter Wunsch erfüllt.

Auf ihren ausdrücklichen Wunsch begann die für 14 Uhr angesetzte Zeremonie mit einer Viertelstunde Verspätung. Taylor, die für ihre notorische Unpünktlichkeit bekannt war, wollte selbst zu ihrem eigenen Begräbnis zu spät kommen. Ihre Sprecherin: "Frau Taylor hatte die Anweisung erlassen, dass die Trauerfeier mindestens 15 Minuten später anfangen sollte als angekündigt. Dazu sollte die Ankündigung gemacht werden: 'Sie wollte sogar auf ihrer eigenen Beerdigung zu spät sein.'"

An der Beisetzung nahmen nur einige Dutzend Freunde und Verwandte teil, die in dunklen Limousinen auf den Friedhof fuhren. Die Beerdigung in einem mit Gardenien, Veilchen und Maiglöckchen bedeckten Sarg fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Reporter und Fotografen wurden vom Eingang des Friedhofs ferngehalten, ein weißes Zelt schützte die ankommenden Trauergäste vor den Blicken Neugieriger.

Colin Farrell trug Gedicht vor
Nach Angaben von Taylors Pressesprecherin sagte der irische Schauspieler Colin Farrell - ein "enger Freund" Taylors - ein Gedicht auf, Kinder und Enkelkinder der Schauspielerin trugen weitere Texte vor, einer ihrer Enkel spielte Trompete. Ein Rabbi leitete die religiöse Zeremonie. Taylor war als junge Frau zum Judentum übergetreten. Ein Polizeisprecher hatte die schnelle Beerdigung mit Taylors jüdischem Glauben erklärt, der eine Beerdigung kurz nach dem Tod vorschreibt.

Für ihre letzte Ruhestätte suchte Taylor nicht etwa die Nähe zu einem ihrer vielen Ex-Männer, sondern die Nachbarschaft ihres engen Freundes Michael Jackson, auf dessen Neverland Ranch sie 1991 zum achten und letzten Mal geheiratet hatte. Jacksons Gruft in dem Großen Mausoleum liegt direkt unter einem Glasfenster mit einer Nachbildung von Leonardo da Vincis Meisterwerk "Das letzte Abendmahl". Über Taylors Platz thront nach Angaben ihrer Sprecherin ein Marmorengel nach Michelangelos Vorlage.

Taylor und Jackson seien in unterschiedlichen Flügeln des Gebäudes untergebracht, verriet Polizeisprecher Tom Lorenz der "Los Angeles Times". "An keinem anderen Ort in der Welt sind so viele berühmte Leute begraben", prahlte der Kalifornier. Der Beamte mag Recht haben. Auf der "Holy Terrace" (Heilige Terrasse) in dem Mausoleum wurden vor Jackson schon Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields bestattet.

"Disneyland der Toten"
Im Volksmund heißt die weitläufige Friedhofsanlage mit Springbrunnen und Kunstwerken auch "Disneyland der Toten" - und das sicher nicht nur, weil der Vater der Micky Maus, Walt Disney, dort begraben ist. Auf den Grabsteinen und Inschriften der Gruften sind Namen wie Jimmy Stewart, Spencer Tracy, Sammy Davis Jr., Errol Flynn und Humphrey Bogart zu lesen. 1906 wurde der Forest Lawn Memorial Park mit seinen alten Bäumen in einer parkähnlichen Landschaft in Betrieb genommen.

Wer den Totenpark besuchen will, muss schwere schmiedeeiserne Tore passieren. Die Fahrt entlang der Grabanlagen ist erlaubt, doch die Promigruften in dem Prunk-Mausoleum sind für Nicht-Angehörige tabu. Für Taylor-Fans haben sich mit dieser Wahl die Hoffnungen auf eine leicht zugängliche Pilgerstätte zerschlagen.

Taylor war am Mittwoch nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben. Taylor, die vor sechs Wochen wegen eines Herzleidens in die Klinik eingeliefert worden war, sei friedlich im Kreise ihrer Familie gestorben, hieß es. Die glamouröse Schauspielerin spielte in rund 50 Filmen mit und gewann zwei Oscars. Außerdem wurde ihr 1993 der Ehrenoscar verliehen. Für Schlagzeilen sorgte sie außerdem mit ihrem schillernden Privatleben, in dem sie acht Mal vor den Traualtar trat.

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