Fr, 17. November 2017

Betrug mit Spenden

23.03.2011 09:54

49-Jähriger steckte 400.000 Euro in die eigene Tasche

Ein 49-jähriger Beschäftigungsloser aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung soll Spenden an einen von ihm gegründeten gemeinnützigen Verein für sich selbst verwendet haben. Die Geber seien laut Polizei um insgesamt rund 400.000 Euro geschädigt worden. Der Verdächtige wurde wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs auf freiem Fuß angezeigt.

Der 2002 gegründete Verein hat im gesamten Bundesgebiet unter anderem beitragspflichtige Vereinsmitglieder geworben sowie sogenannte Hüpfburg- und "Glücksbausteine" verkauft. Bei Politikern, Sportlern und Künstlern, staatsnahen Betrieben, Großfirmen und Gewerbetreibenden soll er gebettelt haben, um an Geld und Sachspenden zu kommen, und auch um durch die Übernahme von Ehrenschutz und Schirmherrschaften Seriosität vortäuschen zu können.

Geld sollte misshandelten Kindern zugutekommen
Angebliches Ziel sei gewesen, misshandelte und missbrauchte Kinder mit der Bezahlung von Therapien zu unterstützen. Tatsächlich seien aber in acht Jahren nur 1.550 Euro an wirklich Hilfsbedürftige geflossen. Wegen einer Zwangsvollstreckung hat der 49-Jährige, der als Obmann, Kassier und Schriftführer zugleich agierte, das Gros der Spendeneinnahmen in der Konstruktion des Vereines verschleiert und damit seine private Lebensführung finanziert. Sachspenden sollen ebenso zweckentfremdet verwendet worden sein.

Auch vom Verein beauftragte Spendensammler wurden von dem erbettelten Geld bezahlt. Darüber hinaus stehen einige von ihnen im Verdacht, auch noch mit nachgedruckten "Glücksbausteinen" den Verein betrogen zu haben. Zu den Geschädigten gehören Privatpersonen, aber auch zahlreiche Firmen und öffentliche Institutionen. Die Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung hat den Verein per Bescheid aufgelöst, dieser ist noch nicht rechtskräftig.

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