Fr, 15. Dezember 2017

Protest hat gewirkt

23.03.2011 17:40

Apple entfernt App zur "Heilung Homosexueller"

Der Druck der Öffentlichkeit hat offenbar seine Wirkung nicht verfehlt: Apple hat eine skandalöse App zur angeblichen "Heilung Homosexueller" am Mittwoch nach tagelangen Protesten aus dem App Store entfernt. Mit "Exodus International" sollten Homosexuelle "durch die Kraft Jesu geheilt" werden können. Gefährliche Hassrethorik der religiösen Rechten, wie sich zahllose Menschen und Organisationen empörten.

"Exodus International" solle "Individuen und Familien helfen, die von Homosexualität betroffen sind", hieß es auf der Website im App Store, die mittlerweile nicht mehr erreichbar ist. Die Gratis-Anwendung sei aus 35 Jahren Erfahrung entstanden und helfe mit Christus, die "Angelegenheit Homosexualität mit Anmut und Wahrheit" anzusprechen - beziehungsweise zu "heilen".

Apple hat die Anwendung nun entfernt, ein Sprecher des Unternehmens gab gegenüber "CNET" am Mittwoch an, die App habe "unsere Entwicklerrichtlinien verletzt, indem sie eine große Gruppe von Menschen angegriff". Einrichtungen wie "Truth Wins Out" - eine Non-Profit-Organisation gegen homophobe Informationskampagnen, die eine Online-Petition gegen die App gestartet hatte - zeigten sich erfreut über Apples Schritt. "Die echten Gewinner heute sind lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Jugendliche, die sicherer sind und weniger von der Bosheit und Fehlinformation durch 'Exodus' bedroht sind", so "Truth Wins Out" in einem Statement.

Gefährliche App gegen Homosexuelle
Mit der App für iPhone und iPad konnten sich Nutzer etwa mit Facebook oder dem Kurznachrichtendienst Twitter verbinden, außerdem gab es "echte Geschichten" von Menschen, die damit angeblich ihre Homosexualität "überwunden" haben, zu lesen. Auch mittels Podcasts und "Datenblatt" sollten Menschen vom angeblichen Übel der Liebe zu Personen des gleichen Geschlechts überzeugt werden.

Erst kürzlich Selbstmordwelle junger Homosexueller
Die Anwendung hatte von Apple vier von fünf Sternen erhalten, was bedeutet, dass darin der Firma zufolge keine bedenklichen Inhalte zu finden sind. Umso erschreckender, als in den USA erst vor wenigen Monaten zahlreiche junge Homosexuelle nach jahrelangen Beleidigungen und Erniedrigungen Selbstmord begingen.

Empörung im Internet: "Hass von religiösen Rechten"
Nicht nur auf der App-Store-Website, auch im Internet generell hatte sich eine Welle der Empörung über die Anwendung, ihre Macher und Apple ergossen. "Das ist eine hassbasierte Initiative von fanatischen religiösen Rechten, die schwule und lesbische Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen und sie emotional zerstören wollen", empört sich ein Nutzer. Ein anderer fragt: "Was kommt als nächstes, Apple? Eine App vom Ku-Klux-Klan, komplett mit GPS-Aufspürer für Schwarze in der Umgebung?" Auf "Change.org", einer Online-Plattform für Petitionen, hatten über 151.000 Menschen den Aufruf an Apple, "Exodus International" aus dem App Store zu schmeißen, unterzeichnet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden