So, 17. Dezember 2017

"Kein Zwang!"

21.03.2011 18:34

Mietrechtsexperte macht Siedlern in Strubergasse Mut

In der Strubergasse in Salzburg-Lehen kochen weiter die Emotionen hoch: Eine schwarz-grün-blaue Mehrheit in der Stadt möchte die Häuser aus der Nachkriegszeit abreißen, die meisten Bewohner wehren sich verzweifelt gegen die Zerstörung ihrer Heimat. Ihnen macht Top-Jurist Walter Windischbauer vom Mieterschutzverband neuen Mut: "Keiner kann zum Ausziehen gezwungen werden!"

Nur sehr wenige unter den rund 1.000 Bewohnern der Strubergassen-Siedlung wollen weg – die meisten wehren sich verzweifelt gegen den Abriss. Sie sammelten bereits gut 500 Protestunterschriften und machten ihrem Zorn auch bei Mieter-Versammlungen Luft. Jetzt erhalten sie tatkräftige Unterstützung von einem Top-Experten für alle Mietrechts-Fragen.

"Ich habe einige der Häuser schon besichtigt", erklärte Walter Windischbauer vom Mieterschutzverband. "Sie sind sicher noch nicht abbruchreif, und deshalb kann laut Gesetz auch niemand gezwungen werden, dass er aus der Wohnung auszieht", meinte der Jurist am Montag. "Das weiß auch die Genossenschaft, darum versucht sie die Leute in Einzelgesprächen von den Vorteilen der Ersatzwohnungen zu überzeugen."

Mieter behielten bei ähnlichem Fall in Hallein die Oberhand
Ähnliches wie jetzt an der Strubergasse in Lehen passierte 2007 auch in Hallein. Dort sollte die Südtiroler-Siedlung abgerissen werden, weil eine Sanierung der Gebäude aus der Nachkriegszeit angeblich unwirtschaftlich war. Dagegen wehrten sich die Bewohner – und hatten nach 18 Monaten endlich Erfolg.

Die Sanierung startete schließlich 2009. Die Fenster wurden ausgetauscht. Keller, Fassade und der Dachboden erhielten die nötige Wärmedämmung. Es gab neue Elektroinstallationen und Bodenbeläge. "Und jetzt strahlen unsere Häuser wie neu. Wir zahlen dafür nur rund 20 Euro extra auf zehn Jahre. Bei einem Neubau wären die Mieten sicher deutlich stärker gestiegen", berichtete eine Bewohnerin zufrieden.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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