Sa, 25. November 2017

„Reform gescheitert“

18.03.2011 17:59

Spitäler und Ambulanzen sind viel zu teuer

Millionen verschlingt das heimische Gesundheitswesen – jedes Jahr mehr! Vor allem Spitalsambulanzen treiben die Kosten in die Höhe: In nur drei Jahren um 41,5 Prozent, zeigt der Rechnungshof auf. "Wir haben diesen Bereich den niedergelassenen Ärzten angeboten, die wollten ihn aber nicht", kontert Landesvize Sobotka.

Hart ins Gericht gehen die Prüfer des Rechnungshofes mit der Gesundheitspolitik: Das wichtige Ziel, viele Behandlungen aus Spitälern in die Ordinationen der Ärzteschaft zu verlagern, sei verfehlt worden. Die Folge: Immer mehr Steuergeld muss in Kliniken gepumpt werden. Besonders in die Ambulanzen, wie die Kontrolleure penibel auflisten. So sind diese Kosten in drei Jahren im Krankenhaus St. Pölten um satte 70 Prozent, landesweit immerhin um 41,5 Prozent gestiegen.

Im Vergleich dazu erhöhte sich der finanzielle Aufwand für Patienten in den heimischen Arztpraxen nur um bescheidene 2,5 Prozent, heißt es im Rechnungshof-Bericht. Im Klartext: Die teuren Ambulanzen sind überlaufen, die Behandlungen könnten billiger in Ordinationen erfolgen.

"Wohin sonst sollen sich Patienten wenden, wenn die Arztpraxen abends und an den Wochenenden geschlossen sind?", weist Wolfgang Sobotka diese Kritik zurück. Bisher hätten Krankenkassen und niedergelassene Mediziner die Übernahme der Ambulanzen abgelehnt. Der VP-Landesvize kündigt aber sehr wohl Einsparungen im Gesundheitswesen an. So soll die Zahl der Spitalsbetten auf unter 8000 gesenkt werden. Sobotka: "Dafür schaffen wir Tagesklinik- und Pflegeplätze."

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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