Sa, 25. November 2017

Betreiber gibt nach

18.03.2011 12:12

Vorarlberger muss 25.000-€-Rechnung nicht bezahlen

Jener Vorarlberger Skilehrer aus Stuben am Arlberg, dem sein Handy-Netzbetreiber eine Monatsrechnung von knapp 25.000 Euro ausstellte, muss diese Summe nicht bezahlen. Der Netzbetreiber verzichte auf das Geld - unter der Voraussetzung, dass der Mann in einen für sein Handy passenden Datentarif wechselt.

Der Rechnung zufolge soll der Vorarlberger mit seinem iPhone 450 Mal eine Datenverbindung - regelmäßig am Wochenende und gegen Mitternacht - aufgebaut und dabei 7,58 Gigabyte an Datenvolumen verbraucht haben. Der Mann selbst gab an, sein Handy nur zum Telefonieren zu benützen. Für ihn sei überhaupt nicht nachvollziehbar, wie diese Verbindungen zustande gekommen sein sollen. Der Netzbetreiber seinerseits beharrte darauf, dass die Abrechnung korrekt sei.

Obwohl das Mobilfunkunternehmen weiter dieser Ansicht ist, soll dem Skilehrer die 25.000-Euro-Rechnung nun erlassen werden, berichtet das ORF-Radio Vorarlberg. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Mann in einen für sein iPhone passenden Datentarif wechsle und für 24 Monate einen entsprechenden Vertrag abschließe. Damit könne der Skilehrer mit seinem Handy künftig um 20 Euro pro Monat unlimitiert im Internet surfen.

Der Netzbetreiber hatte zunächst den Einspruch des Skilehrers gegen die Rechnung abgewiesen. Alle Verbindungen seien über seine SIM-Karte hergestellt und korrekt verrechnet worden, hieß es dort.

AK: Akzeptables Angebot
Paul Rusching von der Arbeiterkammer Vorarlberg, der sich um das Anliegen des Mannes kümmert, spricht von einem akzeptablen Angebot. Nachdem aber auch noch viele andere Betroffene mit vier- und fünfstelligen Handy-Rechnungen bei der AK vorstellig geworden seien, brauche es endlich eine grundsätzliche Lösung für das Problem.

Rusching kritisierte grundsätzlich die Unverhältnismäßigkeit zwischen erbrachter Leistung und verrechneter Kosten. Es könne nicht sein, dass für 7,58 Gigabyte rund 25.000 Euro verrechnet werden, wenn gleichzeitig unlimitierte Datenpakete für 20 Euro pro Monat zu haben sind. "Die 25.000 Euro liegen weit über dem durchschnittlichen Jahreseinkommen eines Österreichers. Das sind wirklich existenzvernichtende Summen", kritisierte Rusching.

AK fordert Schutz vor exorbitanten Rechnungen
Wie vor wenigen Wochen - damals tauchten in Vorarlberg vermutlich infolge von Hacker-Angriffen Handy-Rechnungen über Beträge von über 10.000 Euro auf - forderte Rusching wirksame Schutzmaßnahmen für die Konsumenten. "In erster Linie sollten Verbindungen unterbrochen und gesperrt werden, wenn das Datenguthaben aufgebraucht ist", so der Konsumentenschützer. Eine Freischaltung soll laut Rusching nur dann erfolgen, wenn diese vom Kunden aktiv gewünscht wird.

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