Di, 17. Oktober 2017

Elektroschrott

15.03.2011 10:11

EU-Minister einigen sich auf höhere Recycling-Quoten

Alte Handys und Haushaltsgeräte sollen in Zukunft wesentlich besser wiederverwertet werden. Die Umweltminister der 27 EU-Staaten einigten sich am Montag in Brüssel auf einen Kompromiss zu strengeren Auflagen für die Entsorgung von Elektroschrott. Er sieht vor, die Sammelquote in zwei Schritten zu erhöhen. In vier Jahren sollen zunächst 45 Prozent recycelt werden, in acht Jahren dann 65 Prozent, teilte der EU-Ministerrat am Abend mit. Damit würden mehr als doppelt so viele der Elektrogeräte wiederverwertet wie bisher - heute sind es nur etwa 30 Prozent.

Deutschland hatte sich allerdings für eine höhere Sammelquote eingesetzt. Eine Quote sei ein wesentlicher Beitrag zur Rohstoffsicherung in Europa, sagte die deutsche Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche. Die Länder könnten es sich nicht mehr leisten, Ressourcen zu verschwenden. "Wir wollen sicherstellen, dass das, was einmal im Kreislauf ist, auch wiederverwertet wird", sagte Reiche. Zudem müsse vermieden werden, dass Elektroschrott illegal in Entwicklungsländer exportiert werde.

In Handys steckt echtes Gold
Auch die EU-Kommission plädiert für ehrgeizigere Ziele. Umweltkommissar Janez Potocnik bedauerte, dass der Kompromiss nicht weit genug gehe. "Es ist wichtig, dass wir Elektromüll nicht mehr als Last, sondern als wertvolle Ressource betrachten", betonte der Kommissar. So enthielten 40 Handys ein Gramm Gold.

Skandinavien Spitzenreiter beim Sammeln von Elektroschrott
Nach Angaben von EU-Diplomaten sind die skandinavischen Länder heute mit fast 65 Prozent Spitzenreiter beim fachgerechten Sammeln von Elektroschrott. Deutschland hat insgesamt eine Sammelquote von knapp 40 Prozent. Dennoch landen etwa 90 Prozent aller Energiesparlampen im Hausmüll.

Ausnahmeregelungen vereinbarten die Umweltminister am Montag für Mitgliedstaaten, in denen bisher vergleichsweise wenig Elektrogeräte genutzt werden. Länder wie Ungarn, Malta und Polen müssen die Sammelquoten erst 2022 erfüllen. Der Kompromiss muss noch mit dem Europaparlament abgestimmt werden. Die Verhandlungen sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

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