Do, 14. Dezember 2017

Für gerechten Lohn

08.03.2011 08:46

Das Aufbegehren in den Kindergärten weitet sich aus

Das Aufbegehren in Salzburgs Kindergärten weitet sich aus. Maria Zeilinger, zweifache Mutter, ausgebildete Kindergarten- und Horterzieherin sowie Obfrau der Berufsgruppe der Kinderpädagoginnen, will nach jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen endlich einen gerechten Lohn für ihre 1.300 Mitglieder erreichen. Die "Krone" sprach mit ihr über diese aktuelle Kampagne.

Mit vollem Titel ist sie "Obfrau der Berufsgruppe der Pädagoginnen in den Kinderbetreuungseinrichtungen Salzburgs". Sie war einst selbst "Kindergärtnerin" und studierte dann Erziehungswissenschaften. Doch "Fortbildung allein genügt nicht, es müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen", prangert Maria Zeilinger die derzeitige Situation in Salzburg an.

"Frauen werden schlechter bezahlt als Männer"
Seit der Neugründung der Berufsgruppe im Jahr 2006 wird verhandelt: Es geht um Dienst- und Besoldungsrecht, die Gruppengröße und die konkreten Ziele. "Frauen werden schlechter bezahlt als Männer", klagt die Obfrau, "das sieht man bei der nicht entsprechenden Belohnung in den Kindergärten." So verdienen Pädagoginnen um 200 Euro weniger als Gemeindebedienstete mit Matura.

Zeilinger steckt die Ziele ihrer Mitarbeiterinnen genau ab: "Wir haben die Aufgabe, die Begabung von Kindern im Lebensalter zwischen drei und sechs Jahren zu unterstützen, ein positives Selbstkonzept zu erreichen, es möglich zu machen, dass die Kinder mit emotionaler und sozialer Stärke in die nächste Phase des Lebens gehen und für alle Lernbereiche offen sind. Deshalb fordern wir Gerechtigkeit beim Gehalt. Immer wieder müssen wir die Frage stellen: Was ist dem Staat die Bildung wert, welche Prioritäten setzen wir?"

Anders ist die Situation in Niederösterreich. Eine Kindergartenpädagogin verdient im Landesdienst nach fünf Jahren 2.308,80 Euro brutto, deshalb wechseln viele von Wien ins Umland. So fehlen in der Bundeshauptstadt derzeit rund 600 Pädagoginnen. Der Andrang ist so groß, dass sich werdende Mütter sogar mit dem Ultraschallbild ihres Babys anmelden, um sicher einen Platz zu bekommen.

"Lächerliche Erhöhung von 20 Euro brutto"
Der Gratis-Kindergarten in Wien hat zu einem akuten Mangel an Betreuerinnen geführt: 600 fehlen derzeit, bei der Stadt ist man nicht abgeneigt, Personal aus Osteuropa anzuwerben (siehe Infobox).

Das "Krone"-Gespräch mit Landesrätin Tina Widmann über die Gehalts- und Personalsituation an Salzburgs Kindergärten findest du in der Infobox.

Die Plattform "EduCare" unterstützt "den Aufschrei der Salzburger Kolleginnen" und appelliert an die Salzburger Landesregierung "die lächerliche Erhöhung von 20 Euro brutto im Monat deutlich zu verbessern".

Kronen Zeitung

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