So, 19. November 2017

Messer geschmuggelt

04.03.2011 17:36

Körperscanner am Flughafen getestet: Totale Pleite!

Salzburger Experten haben am Wiener Flughafen in Schwechat den umstrittenen Ganzkörper-Scanner unter realen Einsatzbedingungen getest. Ergebnis: Eine totale Pleite für das Gerät. Jedem gelang es mit Messern die Sperre zu passieren. Am Salzburger Flughafen lehnt man daher den Scanner ab: "Er bringt nicht mehr Sicherheit."

Die EU drängt die Flughäfen, den Ganzkörper-Scanner einzuführen. Jetzt wollte es der Sicherheitsausschuss des Salzburger Flughafens genau wissen: Bringt das Gerät tatsächlich mehr Sicherheit? Mit dem Flughafen-Betriebsleiter und dem Vorsitzenden Michael Steger nahmen die Experten in Wien-Schwechat die Anlage unter die Lupe.

"Jedem von uns, auch mir gelang es dabei, Messer durch die Kontrolle zu schmuggeln", so Martin Floss, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafen Salzburg. Floss hatte etwa ein Stanley-Messer im Schuh versteckt und Anton Bucek, Sprecher der Salzburger Luftfahrt-Unternehmen, hatte sein Schweizer Messer in der Unterwäsche verstaut. Bucek: "83 Prozent Fehlalarm disqualifizieren den Ganzkörper-Scanner im Alltag ohnehin. Er ist völlig nutz- und sinnlos."

"Der Sicherheit dient ein Ganzkörper-Scanner sicher nicht"
Dazu kommen zahlreiche Tricks, mit denen der Scanner überlistet werden kann: "Nasse T-Shirts oder Schweißflecken lösen Alarm aus. Aber man kann jedes Messer ins Flugzeug schmuggeln. Sind die Waffen aus Karbon oder Keramik, erkennt sie der Ganzkörperscanner nicht", so Kommerzialrat Bucek.

Floss: "Dafür piepste es bei einem Papiertaschentuch in der Hosentasche oder dem Flugticket im Hemd." Fazit der Prüfer aus der Salzburger Provinz: "Was die EU vorschlägt, ist vielleicht für Lieferfirmen ein gutes Geschäft. Aber der Sicherheit dient ein Ganzkörper-Scanner sicher nicht."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
Symbolbild

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