Fr, 24. November 2017

Von der alten Schule

04.03.2011 13:34

Christoph Waltz bevorzugt „Sie“ und ist gern „anders“

Der "GQ Style" hat Schauspieler Christoph Waltz verraten, dass er hemmungsloses Duzen ablehnt. "Früher haben die Menschen einander gesiezt, sogar, wenn sie sich sehr sympathisch waren oder sich bereits eine ganze Weile kannten", meinte der Oscar-Preisträger im Interview. Außerdem sei er "ein totaler Verfechter der Verschiedenheit", habe aber zu akzeptieren gelernt, dass in seiner Wahlheimat USA vieles anders ist.

Einen Großteil seiner Zeit verbringt Christoph Waltz in Los Angeles. Vor allem die kulturellen Besonderheiten der Amerikaner sind ihm noch heute ein Rätsel: "Ich habe alles mit Interesse beobachtet und versucht, zu lernen, wie dieses System funktioniert", berichtete er im Interview. "Und ich habe akzeptiert, dass es anders ist."

Gerade die Verschiedenheit sei für ihn wichtig, "Gleichmacherei" könne er einfach nicht ertragen. "Wir müssen respektieren und schätzen, dass der andere anders ist. Deswegen heißt er ja auch so", fasste der Schauspieler pointiert zusammen. Gleichzeitig kritisierte er aber auch das mangelnde Verständnis Europas für die amerikanische Mentalität: "Wir glauben, zu wissen, um was es dort geht, doch wir haben keinen blassen Dunst. Außer wir erkennen an, dass Amerika anders ist, grundverschieden."

Waltz zieht "Sie" dem "Du" vor
Die heutige Angewohnheit, sich mit jedem zu duzen, ist dem gebürtigen Österreicher ein Dorn im Auge. Manches Mal käme er an einen Drehort, erzählte Waltz, "und da sind junge, wirklich nette Mitarbeiter, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe und die jünger sind als meine eigenen Kinder. Aber sie duzen mich, als wäre ich mit ihnen zur Schule gegangen." Abgesehen davon hätte er keine Lust, plötzlich der beste Freund von irgendjemandem zu sein, verriet der 54-Jährige "GQ Style".

Mittlerweile darf Christoph Waltz einen Oscar sein Eigen nennen, doch erzählte er im Interview, dass die Zeit vor seinem internationalen Durchbruch für ihn oft nicht befriedigend war. "Was war ich frustriert. Ich habe nie verstanden, warum ich immer nur an der Peripherie des Kinos entlangditschte."

Ende April darf sich das Kinopublikum wieder ein Bild von Waltz' schauspielerischem Talent machen. Dann kommt er nämlich als cholerischer Zirkusdirektor an der Seite von Teenie-Schwarm Robert Pattinson und Reese Witherspoon mit "Wasser für die Elefanten" in die heimischen Kinos. Und Waltz konnte sogar gewisse Parallelen zwischen Schauspiel und Manege erkennen: "Manchmal fühlt sich mein Tun tatsächlich an wie Zirkus."

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