Do, 23. November 2017

Nach Rausschmiss

02.03.2011 18:53

John Galliano entschuldigt sich für die Beschimpfungen

Der Modeschöpfer John Galliano (50) hat sich am Mittwoch nach seinem Rausschmiss bei Dior für seine judenfeindlichen Pöbeleien entschuldigt. In einer Erklärung, die seine britischen Anwälte Harbottle & Lewis in London verbreiteten, hieß es: "Antisemitismus und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft: Ich entschuldige mich ohne Vorbehalte für mein Verhalten."

Allerdings betonte Galliano mit Blick auf die Anzeige eines Paares, das ihn am vergangenen Donnerstag wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen angezeigt hatte: "Ich weise die gegen mich erhobenen Behauptungen zurück." Es gebe Zeugen, die seine Version stützten, wonach er es war, der attackiert worden sei. Deshalb hatte er auch selber Anzeige gegen das Paar erstattet. Galliano betonte: "Ich muss jedoch akzeptieren, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe die Menschen zutiefst schockiert und verärgert haben."

"Verantwortung" müsse er übernehmen für die Umstände, durch die er in ein schlechtes Licht geraten sei. Auf Anraten seines französischen Anwalts habe er sich bisher nicht öffentlich geäußert, sehe sich aber nun wegen "fortgesetzten Verzögerungen" der Staatsanwaltschaft in Paris dazu genötigt. Sein Arbeitgeber, das französische Modehaus Dior, hatte am Vortag nach 15-jähriger Zusammenarbeit Gallianos Entlassung angekündigt.

Video belastet Designer
Der Skandal überschattet die gerade begonnenen Modeschauen in Paris. Galliano ist nicht nur mit zwei Klagen wegen rassistischer und judenfeindlicher Pöbeleien konfrontiert, sondern wird auch durch ein Video belastet, das im Internet kursiert. Es zeigt einen sichtlich betrunkenen Mann mit Gallianos Zügen, wie er lallend Hitler hochleben lässt und Gäste am Nachbartisch übel beschimpft.

Vor einem Gericht in Paris muss sich John Galliano deswegen auf jeden Fall verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, soll der Designer im zweiten Quartal des Jahres vor Gericht erscheinen. Im Fall seiner Verurteilung drohen Galliano sechs Monate Haft und die Zahlung eines Strafgeldes in Höhe von 22.500 Euro.

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