Do, 23. November 2017

Struberkaserne adé!

02.03.2011 17:05

Grüne „Schollen“-Siedlung, wo einst Soldaten salutierten

Nach Jahren der Diskussion ist es endlich soweit - am kommenden Dienstag fahren in der früheren Struberkaserne in Salzburg-Taxham die Bagger auf. Bis 2013 entsteht dort eine grüne Siedlung mit 300 Wohnungen. Die "Krone" spazierte mit Stadtrat Johann Padutsch über das Gelände.

Es ist ein trostloser Bretterverschlag, der den Blick von der Kleßheimer Allee in die Struberkaserne vereitelt, das Tor durch ein Vorhängeschloss gesichert. "Betreten verboten", steht auf weißen Schildern. Seit Jahren herrscht Tristesse auf dem sieben Hektar großen Areal in Salzburg-Taxham. Die Gebäude sind nach ihrem Dornröschenschlaf verwahrlost, etliche Fenster kaputt, zersplittert. Die Fensterläden hängen nur mehr halbherzig in den Angeln.

Hasen hoppeln über die Wiese
Dutzende Graffiti zieren die Hausmauern, Matratzen liegen am Boden, ein Krankenbett steht mitten auf dem Weg. Jugendliche und Obdachlose haben seit Langem die alten Backsteinbauten in ihrem Besitz. Dort wo früher das Militär mit Teilen des Heereslogistik-Zentrums untergebracht war hat sich die Natur wieder ausgebreitet: Hasen hoppeln über die Wiese, die Bäume wuchern ungepflegt ineinander, eine dichte Decke aus Laub überspannt den Boden. Ein Hauch von Wildnis, eine grüne Oase, mitten in der Stadt Salzburg.

Ab kommendem Dienstag wird sich dieses Bild ändern. Dann fahren nämlich die ersten Bagger auf. Baumaschinen werden die verlassenen, heruntergekommen Militärbauten dem Boden gleich machen. Nur der alte Flakturm, beschildert mit einer blauen 10, soll stehen bleiben. Als Relikt, als Andenken. Ab Herbst beginnen hier dann die Arbeiten für eine neue, moderne Wohnanlage nach den Plänen des Architekturbüros Kada-Wittfeld aus Aachen (D).

300 Wohnungen aufgeteilt auf fünf "Schollen"
Knapp 300 Wohnungen, aufgeteilt auf fünf Gebäude – liebevoll "Schollen" genannt, da sie auf gut eineinhalb Meter hohen Plateaus entstehen sollen. Für eine bessere, natürliche Belichtung. "Mit einem öffentlichen Park, der ein Lückenschluss eines durchgehenden Grünstreifens von Altmaxglan bis nach Taxham ist", verrät Planungsstadtrat Johann Padutsch. Dazu ein eigener Kindergarten und eine Hort.

Gut 1.000 Salzburger werden in der neuen Struberkaserne eine neue Heimat finden. Die Nachfrage ist enorm. "Es war ein langer Weg bis hierhin. Die ersten Diskussionen gab es schon vor 25 Jahren", so Padutsch. Zuerst verzögerte der Bund als Grundeigentümer den Verkauf. 2007 schließlich schlug Bauunternehmer Walther Staininger mit einem niederländischen Konsortium zu, erwarb das Grundstück um 15 Millionen Euro. Später gingen 36.000 Quadratmeter, also der Wohnbauanteil, in den Besitz der Alpine über. Jetzt wird also gebaut, nach Jahren, ja Jahrzehnten der Diskussion.

Padutsch: Freude, dass "Struberkaserne an der Reihe ist"
Dort, wo einst ein Polizei-Zentrum entstehen sollte, wo der Gletscherdrache nach dem Unglück von Kaprun untersucht wurde, dort errichten die Salzburg Wohnbau, Die Salzburg, GSWB, Heimat Österreich, Alpine und Steiner-Wanner einen neuen Lebensraum für Salzburg. In einem Stadtteil, der in den vergangenen Jahren alles andere als im Dornröschenschlaf lag. "Hier ist viel entstanden", so Padutsch, "umso mehr freut es mich, dass jetzt die Struberkaserne an der Reihe ist..."

von Max Grill, Kronen Zeitung

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