Do, 23. November 2017

Moldawier in U-Haft

28.02.2011 15:47

Menschenhändler nach vier Jahren Flucht hinter Gittern

Vier Jahre lang ist per internationalem Haftbefehl nach einem Moldawier, der oberösterreichische und auch steirische Bordelle mit jungen Frauen aus seiner Heimat "beliefert" haben soll, gefahndet worden. Jetzt befindet sich der mutmaßliche Menschenhändler endlich in der Justizanstalt Leoben. Der Verdächtige war am Heiligen Abend des Vorjahres nahe der rumänischen Hauptstadt Bukarest gefasst worden.

Es ist erschütternd, was das steirische Landeskriminalamt (Gruppe Menschenhandel und Schlepperei) und die Beamten der Polizeiinspektion Zeltweg ermittelt hatten. Der heute 33-Jährige soll zwischen 2004 und 2006 in seiner Heimat und im Nachbarland Rumänien jungen Frauen das Blaue vom Himmel versprochen haben: Sie könnten in Österreich als Kellnerin oder Tänzerin arbeiten. Dabei hatte er ihnen bis zu 10.000 Euro Monatslohn in Aussicht gestellt.

Frauen skrupellos ausgebeutet
Nachdem er ihnen die Visa und auch andere Papiere, die nötig waren, besorgt hatte, "lieferte" er die menschliche Ware per Flugzeug nach Österreich. In vier obersteirischen und drei oberösterreichischen Bordellen wurden seine ahnungslosen Opfer danach gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten. Es sollen mindestens 14 Frauen im Alter von 24 bis 30 Jahren gewesen sein, die er so skrupellos ausgebeutet hat.

Lohn bis auf den letzten Cent abgenommen
"Er hat ihnen das ganze Geld, das sie verdienten, bis auf den letzten Cent weggenommen. Wenn sie was zum Essen kaufen wollten, mussten sie ihn darum bitten. Die Bordellbesitzer wiederum waren verpflichtet, ihm pro Frau ein Taggeld zu zahlen", berichtet ein Ermittler. Ende 2006 flog der Menschenhandel auf, seitdem wurde nach dem Moldawier per internationalem Haftbefehl gefahndet. Es dauerte vier Jahre, bis für ihn nahe Bukarest die Handschellen klickten, vor Kurzem wurde er an Österreich ausgeliefert. Jetzt sitzt er in der Justizanstalt Leoben.

Die Ermittler hoffen nun, dass ihm in Österreich der Prozess gemacht werden kann, denn: "Angeblich war er in seiner Heimat in einen groß angelegten Betrug mit Luxuautos verwickelt. Der Schaden soll mehr als zwei Millionen Euro betragen. Deshalb müsste er dort 15 Jahre absitzen."

von Peter Riedler, "Steirerkrone"

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