Sa, 25. November 2017

Dreiste Tricks

25.02.2011 14:29

Bettel-Banden wollen mit Lügen Geld schnorren

Sie zeigen Kärtchen her, auf denen sie behaupten, rumänische Hochwasseropfer zu sein – und kommen tatsächlich großteils aus der Slowakei: Mit Lügen versuchen organisierte Bettlerbanden derzeit wieder massiv, im Zentralraum und im Mühlviertel Geld zu schnorren – das ihre Mafiabosse kassieren.

Oststaatler in Anzügen, mit Krawatte und teuren Ledermänteln sammeln bei ihren Truppen immer wieder rasch das Geld ein, das mit herzergreifenden Lügengeschichten erbettelt worden ist. So verhindern die Bosse, dass im Falle des Einschreitens der Polizei nach dem Sammlungsgesetz die ganze Beute sichergestellt werden kann.

Derzeit sind die betrügerischen Profi-Bettler im Mühlviertel von Feldkirchen an der Donau, Goldwörth, Walding und Ottensheim bis Hellmonsödt, aber auch im Linzer Zentralraum massiv unterwegs, grasen in den Siedlungen Haus um Haus ab. Polizeistreifen sind praktisch im Dauereinsatz, auch am Freitag baten mehrere bedrängte Bürger um Hilfe.

"Sie haben die schon bekannten Kärtchen mit, dass sie in Rumänien Opfer eines Hochwassers geworden seien, aber sie stammen in Wirklichkeit großteils aus der Slowakei", kennt Sicherheitsdirektor Alois Lißl die Methoden dieser Banden.

Unterkunft in Abbruchhäusern
Einquartiert werden die Bettlertrupps von ihren "Betreuern" meist in Abbruchhäusern. In Urfahr-West war eines deshalb wegen "Gefahr in Verzug" vorzeitig abgerissen worden, an der Linzer Dinghoferstraße hatten rumänische Bettler in einer Bauruine mit einem Lagerfeuer für Aufregung gesorgt, weil Anrainer einen Brand vermuteten. Daraufhin ermittelte die Polizei wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst und Sachbeschädigung gegen die "Geretteten wider Willen".

Ein generelles Bettelverbot, wie es am 10. März im Landtag beschlossen werden soll, hält man in Exekutivekreisen übrigens nicht für notwendig: Das geltende "Sammlungsgesetz" ermögliche Einschreiten und Abstrafen. Im Vorjahr mussten in Linz 35 Profi-Bettler Ersatzarreststrafen abitzen.

von Johann Haginger, "OÖ Krone"

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