Mo, 18. Dezember 2017

Einsatzstress

25.02.2011 08:39

Jeder fünfte Unfallfahrer auf Pisten rast davon

Die "Holländer-Woche" hat für Dauerstress bei Rettungshelis, Ärzten und in den Spitälern gesorgt. Die Polizei musste in dieser Saison bereits 471 Skiunfälle aufnehmen, allein am Mittwoch verletzten sich in Neukirchen sieben Wintersportler bei Kollisionen auf der Piste. Auffällig: Jeder fünfte Beteiligte fährt einfach davon.

"Das ist die stärkste Zeit, es ist einfach viel los auf den Pisten", weiß Martin6-Pilot Sepp Deutinger. "Die Zeit mit der höchsten Einsatzfrequenz", heißt es beim Team Alpin-Heli6 in Zell am See. Allein am Mittwoch verletzten sich sieben Skifahrer bei Kollisionen in Neukirchen. Am Speiereck in Mauterndorf wurde ein 55-jähriger Skifahrer von hinten niedergefahren und verletzt.

Aber: "Auch wenn es den Eindruck hat: Die Anzahl der Skiunfälle stagniert rein statistisch gegenüber dem Vorjahr", weiß Murt Möschl, Chef der Alpinpolizei. Waren es in der vergangenen Saison 767 Skiunfälle die von der Polizei aufgenommen wurden, sind es heuer 471.

Dennoch ein großes Problem: Bei den bisher 471 Skiunfällen begingen 111 Wintersportler Fahrerflucht. In der Vorsaison waren es insgesamt 193. "In etwa jeder Fünfte fährt einfach davon", weiß Möschl. Das ist nicht nur verantwortungslos und erschwert die Arbeit der Polizei, sondern auch ein strafrechtlicher Tatbestand: Auf unterlassene Hilfeleistung stehen bis zu sechs Monate Haft. Bei "im Stich lassen von Verletzten" sogar bis zu mehrere Jahre! Flüchtende Unfallbeteiligte dürfen im Übrigen festgehalten werden, bis die Polizei kommt.

von Max Grill, Kronen Zeitung

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