Sa, 18. November 2017

Hölle von Tripolis

24.02.2011 18:18

Mutige Innviertlerin arbeitet weiter als Botschafterin

Schüsse, Blut und Tränen in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Und inmitten dieser Hölle wächst eine mutige Frau über sich hinaus: Österreichs Botschafterin Mag. Dorothea Auer (im Bild mit einem Diplomaten), eine gebürtige Innviertlerin, arbeitet mit ihrem Team unter Lebensgefahr rund um die Uhr an der Evakuierung der letzten Österreicher.

Dorothea Auer hält mit ihrem Team in ihrer Residenz in Tripolis, wohin die Botschaft aus Sicherheitsgründen verlagert wurde, eisern die Stellung. Der von ihr geleitete Krisenstab analysiert die explosive Lage und sondiert Ausreisemöglichkeiten. Geplant ist, die letzten Österreicher, die in Libyen festsitzen, mit einem Autokonvoi nach Ägypten oder Tunesien zu bringen.

"Unser Arbeit ist schwierig, weil die Kommunikation kaum noch funktioniert", schildert die Botschafterin. Via Mail hat sie ihre in Munderfing lebende Mutter beruhigt, dass sie wohlauf sei und es ihr den Umständen nach gut gehe.

Sorge ja, aber keine Angst
Die bürgerkriegsartigen Kämpfe verfolgt Dorothea Auer zwar mit tiefer Sorge – Angstgefühle habe sie aber keine, sagte sie im Telefonat mit der "Krone": "Ich weiß da verschiedene Techniken dagegen anzuwenden." Sie will in Tripolis die Stellung halten, "solange ich gebraucht werde und es die Umstände zulassen".

Die in Antiesenhofen aufgewachsene Diplomatin hat in knapp vier Jahren als Botschafterin in Libyen Land und Leute in friedvollen Zeiten schätzen gelernt. Vorliebe in ihrer Freizeit: abenteuerliche Entdeckungsreisen in ihrem Auto, die Wüste und barfuß durch den Sand stapfen.

Gadafi mutig die Stirn geboten
Und Staatschef Gadafi? Dem Diktator begegnete sie bei offiziellen Anlässen mehrmals. "Gadafi schüttelte dem diplomatischen Corps meist nur wortlos die Hand – sein Händedruck war weich", erinnert sie sich.

Im Vorjahr bot die Innviertlerin dem gefürchteten Diktator mutig die Stirn, als dieser im Zuge eines politischen Konflikts mit der Schweiz mit dem Sturm von deren Botschaft drohte. Dorothea Auer eilte sofort in die Vertretung der Eidgenossen und stand bei einer diplomatischen Solidaritätsaktion an vorderster Front.

von Max Stöger, "OÖ Krone"

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