Sa, 16. Dezember 2017

"Einfach, effektiv"

21.02.2011 17:06

Wissenschaftler verdoppeln WLAN-Geschwindigkeit

Forscher der Universität Stanford in Kalifornien haben die Geschwindigkeit drahtloser Übertragung verdoppelt - "einfach und effektiv", wie sie selbst sagen. Geräten ist es mit ihrer Methode möglich, nicht wie bisher entweder zu empfangen oder zu senden, sondern beides gleichzeitig zu bewerkstelligen.

Die drei Stanford-Absolventen Jung Il Choi, Mayank Jain und Kannan Srinivasan haben die neuartige Technik ausgetüftelt. Bisher können drahtlose Empfänger wie Radios lediglich senden oder empfangen, aber nicht beides gleichzeitig. Der Grund dafür ist, dass die ausgesendeten Signale die ankommenden zu stark überlagern.

"Das ist wie wenn sich zwei Menschen zur selben Zeit Botschaften zuschreien", erklärt Assistenzprofessor Philipp A. Levis, der den Studenten behilflich war. "Wenn beide Menschen gleichzeitig schreien, wird keiner den anderen hören." Bei der Kommunikation via Handy ist das gleichzeitige Sprechen und Hören zwar möglich, dies sei aber sehr teuer und für andere Funk-Netzwerktechniken wie WLAN nicht brauchbar, so Levis.

Filter für den Empfänger löst das Problem
Die Studenten haben daher eine Technik entwickelt, mit der das Problem umgangen wird - was bisher für unmöglich gehalten wurde. Die Forscher haben eine Art Filter in den Empfänger eingebaut, der mit dem Sender verbunden ist - das Gerät kann also jene eigenen versandten Signale beim Empfang aussondern, die diesen ansonsten blockieren. Der Prozess funktioniere ähnlich wie Kopfhörer, die Umgebungslärm ausblenden, heißt es.

Schnelleres WLAN, mehr Sicherheit für den Flugverkehr
Mit der Entwicklung wird die Datenrate quasi verdoppelt - in Zukunft sei aber sogar noch mehr möglich, so die Wissenschaftler. Besonders wichtig ist außerdem, dass die Technologie keine zusätzlichen Frequenzen benötigt. Diese werden aufgrund der zunehmenden Verbreitung von WLAN immer knapper. Zur Anwendung kommen könnte die Entwicklung schon bald bei Heim- und Büronetzwerken, wo schnellere und stabilere Datenübertragung möglich wird. Ebenfalls wichtige Erkenntnisse liefert die Forschung für den Funkverkehr, besonders bei Flugzeugen, wo immer noch das Einwegprinzip - entweder sprechen oder hören - gilt. Das wäre der Sicherheit zuträglich, rufen nämlich bisher zwei Flugzeuge gleichzeitig auf einer Frequenz den Tower, kommt keines der beiden durch.

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