Sa, 18. November 2017

„Letzte Grüße“

19.02.2011 17:48

Tausende nahmen Abschied von Peter Alexander

Tausende Anhänger, Freunde und Prominente haben am Samstag am Wiener Zentralfriedhof Peter Alexander die letzte Ehre erwiesen. Der beliebte Entertainer, der vorige Woche im Alter von 84 Jahren verstorben ist, war in der Halle zwei der Friedhofsanlage aufgebahrt. Schon vor der Öffnung um 9.00 Uhr hatte sich eine Schlange mit Trauernden gebildet, und der Zustrom schien nicht enden zu wollen. Details zur eigentlichen Beisetzung im Familiengrab am Grinzinger Friedhof wurden nicht bekannt.

In blauen Zelten vor der Aufbahrungshalle wurden vier Kondolenzbücher ausgelegt. Nach der Eintragung konnten Besucher die Halle mit dem Alexander-Sarg betreten, um ihrem Idol die letzte Ehre zu erweisen. Viele waren mit Rosen in der Hand erschienen, einige wenige entzündeten Kerzen für den Verstorbenen.

Rund 20 Minuten betrug die Wartezeit in den Mittagsstunden, ehe die Trauernden in die Aufbahrungshalle vorgelassen wurden. Bis zum Abend dürften es an die 5.000 Menschen geworden sein, die vom Entertainer Abschied nahmen, schätzten Vertreter der Bestattung Wien.

"Letzte Grüße für einen der Größten"
"Ich verneige mich vor einem großen Künstler", "Der letzte große Österreicher", "Letzte Grüße für einen der Größten", "Sie haben eine österreichische Epoche geprägt": So lauteten einige der Eintragungen aus den aufliegenden Kondolenzbüchern. Immer wieder las man: "Danke für die schönen Stunden". Und natürlich "Servus" in allen Variationen.

Es waren vorwiegend Wiener, die an diesem kalten Wintertag kamen, Menschen aller Altersgruppen, die sich von jemandem verabschieden wollten, den sie wie einen Freund kannten. "Du wirst uns fehlen, du hast so viele Menschen begeistert", hieß es einmal. Und: "Du warst ein Teil meines Lebens und ein großes Vorbild. Lebe wohl!"

"Heile Welt machte Menschen glücklich"
Diszipliniert warteten die Menschen in einer langen Schlange vor der Halle zwei. Hauptgesprächsthema natürlich: Das Teilen von Erinnerungen an den verstorbenen letzten Superstar der Unterhaltungsbranche. "Eine Selbstverständlichkeit", sei es für ihn gewesen, hierherzukommen, erzählte Karl Kamelander, ein 67-jähriger Pensionist aus Wien. Er habe "größten Respekt vor diesem großen Künstler" und verstehe überhaupt nicht, warum Alexander von manchen Kritikern angegriffen worden sei: "Das war keine seichte Unterhaltung. Die heile Welt ist doch das, was die Menschen glücklich macht!"

In der Halle war der Sarg vor einem großformatigen Foto des Publikumslieblings aufgebahrt. Davor fanden sich Kränze von Bundespräsident Heinz Fischer, der wegen einer Auslandsreise nicht persönlich Abschied nehmen konnte, von Bundeskanzler Werner Faymann, Wiens Bürgermeister Michael Häupl, aber auch von prominenten Kollegen des Verstorbenen wie Udo Jürgens. Es herrschte große Ruhe, obwohl sich kaum jemand mehr als ein paar Augenblicke Zeit nahm. Vor den großen Kränzen der Politiker ("In Hochachtung vor einem großen österreichischen Künstler", stand auf der Schleife des Kranzes von SPÖ-Kulturministerin Claudia Schmied) legten immer wieder Menschen einzelne Blumen nieder. Am Ausgang erhielten sie Gedenkbilder Peter Alexanders. "Sag beim Abschied leise Servus", stand auf den Karten.

Letzter Gruß auch von der Plattenfirma
Mit der Schleifenaufschrift "Dankeschön für all die Jahre - Deine Ariola-Familie" hatte sich auch Alexanders Plattenfirma einen letzten Gruß nicht nehmen lassen. Bereits am frühen Morgen hatten sich Wiens Bürgermeister Häupl und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny eingefunden und sich in das Kondolenzbuch eingeschrieben.

Gegen 9.30 Uhr traf auch Bundeskanzler Faymann am Zentralfriedhof ein und verneigte sich in der Aufbahrungshalle vor dem Toten. Alexanders Kollegin und Freundin Waltraut Haas folgte eine Stunde später. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Moderator Peter Rapp verabschiedeten sich von Peter Alexander.

Ein Gerücht machte die Runde, dass der Sarg leer sei, dass das eigentliche Begräbnis zeitgleich am Grinzinger Friedhof stattfinde. Den Menschen war das egal. Sie waren dankbar, dass ihnen entgegen den ursprünglichen Plänen Gelegenheit gegeben wurde, sich öffentlich von ihrem Idol zu verabschieden. "Ich habe ihn sehr geschätzt", erzählt eine in Wien lebende Oberösterreicherin, die mit den Tränen kämpft: "Er hat mein Leben sehr bereichert."

Bilder des Abschieds von Peter Alexander findest du in der Infobox!

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