Di, 17. Oktober 2017

Jugendkriminalität

16.02.2011 18:45

Polizei geht in die Schulen und erklärt Tat-Konsequenzen

Im Kampf gegen die Jugendkriminalität ist Aufklärung die beste Lösung. Deswegen geht die Salzburger Polizei auch heuer wieder in die Schulen und erklärt den Jugendlichen, welche Konsequenzen Straftaten für ihr eigenes Leben haben. Außerdem soll das Unrechtbewusstsein geweckt werden.

Ein Schüler greift eine Klassenkameradin an, zwei 14-Jährige schlagen eine Scheibe ein - nahezu täglich gibt es Meldungen über Straftaten von Jugendlichen. Doch: Die Kriminalität hat nicht wirklich zugenommen, wie Peter Gunz vom Landespolizeikommando versichert. "Das Problem ist, dass die Hemmschwelle gesunken ist. Früher schlug man auf jemanden ein, bis er am Boden lag. Heute geht es da erst richtig los."

Polizei: Konsequenzen werden nicht bedacht
Gunz wird daher wieder mit dem Projekt "Out – die Außenseiter" in die Salzburger Schulen gehen und Aufklärung betreiben. "Wir sehen uns einen Film an. Da gibt es eine Szene, wo vier Burschen einen Schüler auf einem Fahrrad anhalten. Sie zupfen ihm die Geldbörse und flüchten. Ich erkläre den Zuhörern, dass es sich hier um Nötigung und Raub handelt, Strafrahmen: fünf Jahre. Dazu kommt der Eintrag im Leumundszeugnis", so Gunz. Meist sei man sich der Konsequenzen nicht bewusst. "Auch bei einer Brandstiftung ist ihnen nicht klar, dass sie für den Schaden aufkommen müssen."

Mit anderen Gewaltproblemen kämpft dagegen die Jugendwohlfahrt: "Die Leute sind nach dem Tod des kleinen Cain sensibilisiert und melden uns viel mehr. Drei Mal in der Woche müssen wir schon zu Familien ausrücken. Erst neulich konnten wir in einem Fall helfen, wo der Vater die Familie tyrannisierte und schlug. Ein Sohn attackierte in der Schule einen Freund mit einer Flasche. Wir sprachen mit ihm. Da kamen die Hintergründe, die Situation in der Familie, ans Tageslicht", berichtet Amtsleiter Hannes Herbst.

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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