Mo, 20. November 2017

Für die gute Sache

15.02.2011 21:00

Hollywood-“Rebell“ Sean Penn diniert in Wien für Haiti

Für Hollywood-"Rebell" Sean Penn ist am Dienstagabend ein langer Tag im Dienste der guten Sache zu Ende gegangen: Im Sofitel in der Wiener Innenstadt traf sich der 50-jährige Schauspieler mit Bundeskanzler Werner Faymann und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kunst zu einem Dinner, um nachhaltige Kontakte für sein Hilfsprojekt "J/P Haitian Relief Organization" zu knüpfen.

Davor zeigte sich der 50-Jährige zurückhaltend, aber zuversichtlich am roten Teppich in der Hotellobby. "Ich habe Projekte, die ich vorstellen will", so Penn über seine Pläne für den Abend. "Wenn jemand sie unterstützen will, ist das toll - wenn jemand selbst Vorschläge hat, ebenso."

"Ein Mensch, der die Welt verändern will"
Lange verweilte Penn nicht am roten Teppich. Sowohl er als auch Faymann waren verspätet angekommen, weshalb sie nach gemeinsamen Fotos rasch in das Hotelrestaurant geleitet wurden. Am gemeinsamen Dinner, zu dem u.a. Superfund-Chef Christian Baha, PR-Berater Wolfgang Rosam und Niki Lauda erschienen, nahmen auch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka teil, die den Schauspieler bereits zu einem Mittagessen getroffen hatten.

"Er ist ein Mensch, der die Welt verändern will", zeigte sich Berlakovich von seiner Begegnung mit dem Kalifornier beeindruckt. So will das Lebensministerium gemeinsam mit dem Hilfswerk Austria International mindestens 600 Menschen in einer Provinz des Landes durch die verbesserte Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Produkte und des Kleinviehbestands helfen.

Zeltstadt für 55.000 Menschen eingerichtet
Mittlerweile ist der US-Star mit seiner Organisation "J/P HRO" seit mehr als einem Jahr in Haiti und betreibt höchst erfolgreich eine Zeltstadt, in der mehr als 55.000 Menschen ein vorläufiges Dach über dem Kopf gefunden haben. Und ans Aufhören denkt der zweifache Oscar-Gewinner noch lange nicht. Bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag forderte er dazu auf, die Hilfe für das Land auch über ein Jahr nach der Katastrophe nicht abklingen zu lassen.

Seine Motivation nach der Erdbebenkatastrophe auf die Insel zu fahren, sei sehr einfach gewesen: "Ich hatte die Zeit und ich hatte die Ressourcen", erzählte der Schauspieler, der immer wieder Fragen an seine Person auf das Gesamtbild lenken wollte. "Es geht nicht um mich, sondern um alle, die dort arbeiten", meinte er. Da Penn relativ unerfahren die Bühne der internationalen NGOs betrat, ging seine Organisation auch einen anderen Weg als andere. "Bei uns arbeiten zu 95 Prozent Haitianer", erklärte er. Daher habe "J/P HRO" auch ein gutes Gespür für die jeweiligen Bedürfnisse in der Bevölkerung.

Kritik an den NGOs
An den NGOs in Haiti äußerte Sean Penn auch Kritik. Zwar würden dort viele hoch engagierte Menschen arbeiten, doch schade der ewige Kampf um Sponsoren der gemeinsamen Sache. Insbesondere den scheinbaren Gegensatz zwischen Soforthilfe und Aktionen zum nachhaltigen Wiederaufbau lehnt der Schauspieler ab. "Ich hasse diesen Spruch: Gib den Menschen keinen Fisch, sondern lehre sie, Fische zu fangen. Was soll man machen, wenn es keinen verdammten Fisch in dem Teich gibt?", sagte der Amerikaner.

Zudem haben die einzelnen Organisationen auch Probleme bei der Koordination und Kommunikation. Der Schauspieler will sich aber gar nicht über andere NGOs stellen. Im Gegenteil, wenn "J/P HRO" Fehler macht, dann will er diese auch hören. "Wir werden lange genug bleiben, dass auch wir Fehler machen", so der Amerikaner.

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