Sa, 25. November 2017

Dubiose Post

14.02.2011 18:45

Teurer Maut-Ärger nach Italien-Urlaub - reine Abzocke?

Ein dubioser Brief ist zuletzt gleich mehreren Salzburgern ins Haus geflattert – ein Inkasso-Büro fordert darin eine Nachzahlung der Autobahnmaut in Italien aus dem Jahre 2008 ein. Kurios: Auch zwei Brüder bekamen unabhängig voneinander die Aufforderung. Die Autofahrerklubs warnen.

"Das ist reine Abzocke", ärgert sich Jochen Höfferer aus Salzburg. Am Freitag hatte er unliebsame Post von einem Inkasso-Büro aus Salzburg-Maxglan in seinem Briefkasten. Inhalt des Schreibens: Eine "Zahlungsaufforderung wegen Nicht-Zahlung der Autobahnmaut" in Italien. Zeitpunkt: Juli 2008. Forderungssumme: 4,48 Euro. Mit Gebühren für Administration und Haltererhebung soll Höfferer 46,17 Euro zahlen.

"Ich habe nie Maut geprellt"
Auffällig: Zahlungsempfänger ist ein Konto der ParkTrade Europe in Stockholm (Schweden). Als "Beweis" lag dem Schreiben ein Foto seines Wagens bei, offensichtlich von einer Autobahnkamera aufgenommen. "Das ist reine Willkür. Ich habe nie Maut geprellt", ärgert sich der Salzburger und bekennende Italien-Fan, "für einen treuen Urlauber ist das enttäuschend..."

Umso mehr war der Jugendkoordinator im Magistrat aber verwundert, als ihm sein Bruder Uwe Höfferer ebenfalls von diesem Schreiben erzählte. Der SP-Landesgeschäftsführer soll insgesamt 56 Euro nachzahlen, weil er im August 2008 in der Nähe von Venedig um 14,38 Euro die Maut geprellt haben soll. "Ich war gerade auf dem Weg nach Griechenland und habe sicher bezahlt. Da passe ich ganz genau auf, denn ich weiß, die Italiener verstehen bei so etwas keinen Spaß!"

ÖAMTC: "Unbedingt Rechtsmeinung einholen"
So wie den Brüdern ging es mehreren Salzburgern. "Bei uns haben sich die Anfragen bezüglich dieser Zahlungsaufforderungen in den vergangenen Tagen gehäuft", bestätigt Aloisia Gurtner vom ÖAMTC: "Alle betreffen das Jahr 2008 und nur die italienische Autobahnmaut." Gurtner rät, unbedingt eine Rechtsmeinung einzuholen, "jeder muss aber für sich selbst entscheiden. Fälle, wo in Österreich die Zahlungen eingeklagt wurden, sind nicht bekannt! In der Schweiz allerdings schon."

Wolfgang Unger, Geschäftsführer vom Inkasso-Büro IKS: "Wir erhalten die Datensätze und den Auftrag, das Geld einzutreiben. Das ist eine zivilrechtliche Strafe. Wird die Aufforderung ignoriert, melden wir das der Autobahngesellschaft."

von Max Grill, Kronen Zeitung

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