So, 17. Dezember 2017

Gipfelgespräch

14.02.2011 17:46

Gesamtkonzept für Welser Flugplatz geplant

In der Diskussion um den ökologisch wertvollen Welser Flugplatz will die Stadt nun ein Gesamtkonzept zur Zukunft des Areals erarbeiten. Das wurde in einem Gipfelgespräch am Montagnachmittag in Linz beschlossen, an dem unter anderem SPÖ-Bürgermeister Peter Koits, LH Josef Pühringer (ÖVP), Naturschutzlandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) und Vertreter der übrigen Regierungsparteien teilgenommen haben.

Es gelte, einen Kompromiss zu finden, der sowohl den Naturschutz berücksichtige als auch ein Abwandern von Betrieben aus Wels verhindere. Das angekündigte "konkrete Gesamtkonzept" solle ausloten, wo ein Konsens möglich ist. Bis wann das Papier vorliegen wird, konnte vorerst nicht gesagt werden.

Naturschützer und Piloten hatten zuletzt darauf aufmerksam gemacht, dass das Gelände vertraglich bis 2070 als Flugplatz zweckgewidmet und zudem ökologisch äußerst wertvoll sei. Der Mietvertrag zwischen Wels und dem Fliegerverein "Weiße Möwe" laufe bis 2027 und sehe drei Jahre Kündigungsfrist vor, hieß es. Die Stadt möchte 43 der insgesamt rund 100 Hektar in ein Betriebsbaugebiet umwandeln, der Rest soll unter Naturschutz gestellt werden. Haimbuchner will aber zumindest 80 Hektar bewahren.

Vollerhalt des Geländes gefordert
Der Umweltdachverband, BirdLife, der Naturschutzbund, WWF und der "Wissenschafter des Jahres", Kurt Kotrschal, richteten am Montag einen Offenen Brief an Landeshauptmann Pühringer als "weitsichtigen Politiker": Im Fall des Flugplatzes seien die naturschutzfachlichen Argumente offenkundig, das Areal stelle die größte zusammenhängende Magerwiesenfläche im gesamten österreichischen und bayerischen Alpenvorland dar. Der bedrohte Große Brachvogel brüte dort in den bundesweit höchsten Dichten, zudem fänden seltene Insektenarten Rückzugsräume. Die Naturschützer sprachen sich gegen "faule Kompromisse" aus und kündigten an, auch die verantwortlichen EU-Stellen von den Entscheidungen zum Flugplatz in Kenntnis zu setzen.

BZÖ-Landessprecher Rainer Widmann verwies darauf, dass Tausende Unterschriften für den Vollerhalt des Flugplatzes gesammelt worden seien. Mitglieder des Fliegervereins, Anrainer, Naturschützer und der Umweltanwalt des Landes Oberösterreich, Martin Donat, würden dahinterstehen.

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