Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

09.02.2011 18:23

Feuerwehrheld berichtet von explosiven Einsatz

Als der Alarm losgegangen war, ist der 26-jährige Marco Sampl einer der ersten Helfer gewesen, der mit seinen Kameraden von der Feuerwehr Hallein zum Leube-Werk in Gartenau raste. Der „Krone“ verriet Sampl, warum er sich freiwillig aber auch hauptberuflich ganz und gar für die Feuerwehr engagiert.

Krone: Herr Sampl, der Einsatz beim Leube-Werk war schwierig, was gab es dort für Probleme?
Marco Sampl: Der Kohlestaub war das Problem. Ein Atemschutz-Trupp mit drei Männern ging von unten in den Silo. Ich und zwei Kameraden kamen von oben. Mit einer Wärmebildkamera suchten wir den Brandherd. Als wir den Schlauch anstellten, wirbelte der Staub auf und zündete durch. Eine gewaltige Feuerfontäne kam direkt auf uns zu. Es riss uns fast um. Doch dank unserer neuen Schutzkleidung passierte uns nichts. Es wurde ein bisschen heiß unter dem Helm, aber das war innerhalb von Sekunden vorbei.

Krone: Gab es noch weitere Explosionen, wie konnte der Brand schließlich gelöscht werden?
Sampl: Insgesamt gab es 15 Verpuffungen, die erste Explosion war die Ärgste. Wir besprühten den Kohlestaub in der Folge nur locker, wie bei einem Nebel. So wurde nichts mehr aufgewirbelt. Gegen 2 Uhr früh konnten wir wieder einrücken.

Krone: Wie kamen Sie eigentlich zur Freiwilligen Feuerwehr?
Sampl: Mein Vater ist Feuerwehrmann und für mich war es mit zwölf Jahren ganz klar, dass ich bei der Jugend mitmache. Mit 15 kam ich in den aktiven Dienst. Wir haben 400 Einsätze im Jahr. Ich bin wirklich mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Es ist ein unglaublich gutes Gefühl, helfen zu können. Und dafür investiere ich auch gerne viel Zeit. Mein Bruder, er wurde gerade 18, ist genauso engagiert.

Krone: Gab es besonders schlimme Einsätze, die man einfach nicht mehr vergessen kann?
Sampl: Schon der erste Einsatz war kein leichter. Damals starben bei einem Unfall zwei Erwachsene und ein Kind. Man muss so etwas nervlich verkraften können. Aber wir Kameraden setzen uns nach solchen Vorfällen immer zusammen und bereden alles. So war es auch nach dem Busunglück am Dürrnberg.

Krone: Sie haben auch hauptberuflich mit der Feuerwehr zu tun?
Sampl:
Ich bin Maschinenbauer und arbeite bei der Firma Seiwald in Oberalm. Wir bauen Feuerwehrfahrzeuge. Die Organisationen geben uns ihre Wünsche bekannt und wir setzen die Transporter dann so zusammen, wie sie sie brauchen.

Krone: Nebenbei sind Sie auch noch als Obmann der Jungen ÖVP aktiv, wie geht sich denn das alles aus?
Sampl: Mit einer guten Organisation…

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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