Mo, 11. Dezember 2017

Nach Prügel-Attacke

09.02.2011 14:39

Täter sind frei, das Opfer hat "jeden Tag Todesangst"

Viele offene Fragen bleiben nach der Prügel-Attacke gegen Andreas M. (19) vor einer St. Johanner Disco (Bild, Infobox). Reicht den Tatverdächtigen tatsächlich eine Gasthaus-Rechnung als Alibi? Und: Wer hilft eigentlich jemals den Opfern? Die Verdächtigen sind auf freiem Fuß, das Opfer aber sagt: "Ich hab' jeden Tag Todesangst!"

In nur einer Woche sind rund 6.900 Menschen auf der Facebook-Plattform der Gruppe "Gerechte Strafe für die Täter von St. Johann" beigetreten (Stand 9.2., 14.30 Uhr) – das sagt eigentlich alles. Denn genau darum geht es: Dass man Gewaltverbrecher tatsächlich und mit allen Mitteln ausforscht und sie ihrer Strafe zuführt. Während in Deutschland Hundertschaften der Polizei nach Vermissten suchen und Sonderkommissionen bei schweren Verbrechen gebildet werden, so werden in Salzburg Mordversuche wie jener an Andreas M. (19) offenbar eher vertuscht.

"Nicht für die Presse" bestimmt
Keine Rede davon, dass bereits am nächsten Tag mithilfe der Medien nach den Tätern gefahndet wird. Nein, der Polizei-Bericht trägt den Vermerk: "Nicht für die Presse." Warum wohl? Das fragen sich nicht nur Tausende auf Facebook. Weil man die Täter in Migrantenkreisen sucht? "Die drei türkischen Staatsbürger wurden nach Verständigung der Salzburger Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen auf freiem Fuß angezeigt", heißt es dazu im Polizeibericht drei Monate nach der Tat.

"Ich kann keine Nacht mehr ruhig schlafen"
"Seitdem traue ich mich nicht mehr alleine vors Haus", sagt Andreas M., der von den Gewalttätern halb tot geprügelt wurde und seitdem auf dem rechten Auge blind ist: "Denn mich schützt niemand." Seither ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war: Er hat keinen Führerschein mehr und ob er jemals wieder als Kochlehrling arbeiten kann, ist ungewiss. "Ich kann keine Nacht mehr ruhig schlafen", sagt Andreas’ Mutter: "Es ist immer die Angst da, das Ganze kommt mir wie ein endloser Albtraum vor."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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