Fr, 24. November 2017

Peinlicher Patzer

07.02.2011 16:09

Christina Aguilera verhaut US-Hymne beim Super Bowl

Bei mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA darf selbst ein Profi aufgeregt sein: Popstar Christina Aguilera hatte vor dem Endspiel der Footballmeisterschaft am Sonntagabend in Texas die Hymne der USA singen dürfen - und dies vermasselt. Vor geschätzten 110 Millionen Zuschauern allein in den USA sang sie eine Zeile doppelt und die auch noch falsch.

Seit Tagen hatten die USA dem Super Bowl entgegengefiebert. Ebenso wichtig wie das Duell der beiden besten Mannschaften - in diesem Jahr die Pittsburgh Steelers und die letztlich erfolgreichen Green Bay Packers - ist für viele die Show drumherum: die Werbespots, deren Ausstrahlung mehr als 100.000 Dollar (74.000 Euro) pro Sekunde kostet, sowie die Halbzeitshow, die mit den bekanntesten Stars und gewaltigem Aufwand zelebriert wird.

Und die Hymne vor dem Spiel, die seit den 1980er-Jahren von einem Popstar gesungen wird. Aretha Franklin war ebenso dabei wie Diana Ross, Whitney Houston oder Beyonce Knowles, Barry Manilow und Neil Diamond, die Backstreet Boys, Cher und Billy Joel gleich zweimal. Es ist eine Ehre, "The Star-Spangled Banner" vor dem wichtigsten Spiel des Jahres singen zu dürfen.

Aguilera singt dritte Zeile noch mal
Am Sonntag war die Stimmung gerade besonders feierlich und die lärmenden Fans waren einen Moment verstummt. Eine Abordnung der Streitkräfte präsentierte die Flagge und der Stadionsprecher kündigte die fünffache Grammy-Gewinnerin an: Sie singe, "um Amerika zu ehren". Und fast ging der Patzer im kurzen Jubel der Fans unter, weil auf der Bildwand im Stadion just Soldaten zu sehen waren, die die Zeremonie von Afghanistan aus verfolgten. Aber nur fast. Und außerdem sorgte das Internet dafür, dass die Panne der 30-Jährigen blitzschnell überall abrufbar war.

Aguilera hatte statt der siebenten Zeile der Hymne die dritte einfach nochmal gesungen. Dabei passierte ihr aber gleich ein zweiter Patzer: Statt "What so proudly we hail'd" ("Was wir so stolz bejubelt haben"), sang sie "What so proudly we watched" - das "watched" hätte wiederum in die vergessene siebente Zeile "O'er the ramparts we watch'd" ("Über den Wällen, die wir bewachten") gepasst.

Noch in der Nacht entschuldigte sich Aguilera, sie sei aufgeregt gewesen. Und sie beteuerte ihre Treue zu den USA: "Ich kann nur hoffen, dass jeder meine Liebe für dieses Land gefühlt hat und der wahre Geist der Hymne noch vermittelt wurde."

Augenzwinkern und Häme
Die Medien kommentierten den Patzer mit Augenzwinkern oder Häme. "Sie hat alle Töne sauber getroffen. Aber den Text - nicht so ganz", lästerte die "Washington Post". Der "Orlando Sentinel" hat ihr gleich den "Blindgänger der Woche" verliehen und die "New York Times" schrieb: "Die Hymne ist nicht ganz einfach zu singen mit ihren hohen und wechselhaften Tönen. Aber normalerweise stimmt wenigstens der Text." Nur der Musiksender MTV bescheinigte ihr, sie habe die Situation wie ein Profi gemeistert, die Panne sei kaum aufgefallen.

Aguilera war aber nicht die Erste, die die Hymne verpatzte. Vor zehn Jahren passierte es schon Macy Gray und erst vor ein paar Wochen den Countrymusikern von der Eli Young Band - allerdings nicht beim wichtigen Super Bowl. In Deutschland amüsierte vor sechs Jahren Sarah Connor mit ihrer Variante des "Brüh' im Lichte dieses Glückes" anstelle von "Blüh' im Glanze dieses Glückes" vor einem Fußballspiel.

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