So, 19. November 2017

Nach Bluttat in Wels

05.02.2011 10:18

Polizist zerrte Zivildiener von Messer-Mörder weg

Mit dem Messermörder im Rettungsauto – diese Geschichte wird der 20-jährige Welser Zivildiener Maximilian Schwarzlmüller noch oft erzählen. Bei dem Mord am Gastwirt in Wels (Infobox) lud der Sani den Verdächtigen in den Wagen, wusste gar nicht, dass er ein mutmaßlicher Verbrecher ist. Als Polizisten den "Zivi" aus dem Heck des Wagens zerrten, um ihn in Sicherheit zu bringen, war er perplex.

"Krone": Der Mord in Wels war Ihr erster großer Einsatz?
Maximilian Schwarzlmüller: Ja, die Kollegen haben sich um die Schwerverletzten gekümmert. Ich sollte mit einem anderen zusammen einen Leichtverletzten ins Spital fahren. Er war für mich ein normaler Patient.

"Krone": Dann kam ein Funkspruch.
Schwarzlmüller: Genau, wir sollten zurückkommen, um einen weiteren Patienten mitzunehmen. Wir dachten uns nichts.

"Krone": Doch es gab keinen weiteren Verletzten.
Schwarzlmüller: Das haben sie nur gesagt, damit wir und der Täter nicht nervös werden. In der Nähe des Tatorts sahen wir viele Polizisten mit Schildern. Ich hab' mich nicht ausgekannt. Da ging die Tür auf, mein Chef schrie: "Komm' raus!", da hat mich schon ein Polizist gepackt und aus dem Auto gerissen.

"Krone": Sind Sie verletzt?
Schwarzlmüller: Nein, und der Polizist hat sich gleich entschuldigt, aber es war ja ein Notfall. Doch am Foto schaut's schon spektakulär aus.

"Krone": Hat der Patient geredet?
Schwarzlmüller: Er war apathisch, hat mich mit leeren Augen angesehen und gesagt, dass er sich an nichts erinnert. Er sah nicht bedrohlich aus.

"Krone": Wie geht es Ihnen jetzt?
Schwarzlmüller: Gut. Es ist toll, dass ich mit den Kollegen drüber reden kann. Mehr hat mich der Anblick des Opfers mitgenommen. Aber bei der Rettung sieht man eben solche Sachen. Es war keine Zeit zum Nachdenken, ich habe weitergearbeitet.

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