So, 19. November 2017

Mann verprügelt

05.02.2011 14:20

Tausende fordern auf Facebook „gerechte Strafe“

Im September wurde der 19-jährige Andreas M. nach einem Disco-Besuch halbtot geprügelt, jetzt ist er auf dem rechten Auge blind. Die Polizei ist überzeugt: "Wir kennen die Täter!" Doch der Vorfall wurde vertuscht, das Strafverfahren eingestellt. Seit Mittwoch dieser Woche machen die Internet-User auf Facebook ihrem Unmut über den Skandal im Pongau Luft: Mehr als 5.000 Nutzer (Stand: 5.2., 12 Uhr) verlangen darin eine "gerechte Strafe für die Täter von St. Johann".

"Krone"-Leser kennen die Details der unfassbaren Tat: Lehrling Andreas M. war am 18. September gegen 3 Uhr früh vor der St. Johanner Diskothek "Fledermaus" verprügelt worden. "Die vier vermutlich ausländischen Täter verließen den Tatort und fuhren mit einem Taxi nach Bischofshofen", heißt es im geheimen Polizei-Bericht.

Sie ließen Andreas M. mit einem 16-fachen Schädelbruch zurück und sie warfen ihn, weil sie glaubten, dass er ohnehin verstorben sei, über eine drei Meter hohe Mauer, um ihn "zu entsorgen" (Zitat aus dem Polizei–Akt).

"Wir kennen sie alle"
Nicht nur im Pongau ist das Entsetzen groß: Darüber dass die Polizei-Spitze Straftaten ausländischer Täter systematisch totschweigt, auch darüber, dass man die mutmaßlichen Täter einfach wieder laufen ließ. "Wir kennen sie alle", so der Anruf eines türkischen Lesers bei der "Krone", "weil sie mit der Tat geprahlt haben. Wir, die wir hier gut integriert leben, arbeiten und Steuern zahlen, sind besonders entsetzt darüber, weil das ein schlechtes Licht auf alle Türken wirft."

Türken-Quartett verdächtigt
Der Tat dringend verdächtigt wird ein türkisches Brüderpaar, sein Cousin und ein befreundeter Mechaniker. Das Quartett (drei der Männer leben in Bischofshofen) ist wegen seiner Gewalttaten im ganzen Pongau bekannt. "Hoffentlich wird den Tätern doch noch das Handwerk gelegt", schreibt auch Christopher auf Facebook. Dort ist der Protest-Sturm unüberhörbar: "Ich bin auch Ausländer", schreibt Mirela dort, "und jeder ist irgendwo Ausländer. Aber so etwas muss bestraft werden."

Doch die Polizei steht auch vor einer Mauer des Schweigens: "Kein Türke würde einen türkischen Bruder verraten", heißt es aus der Szene. Was nicht richtig ist: In Salzburg wurde der Serien-Vergewaltiger Deniz A. nach seiner Flucht aus der Haft im September 2007 vom türkischen Box-Champion Mehmet Ince gestellt.

Der Fall Andreas M. war am Freitag auch Gesprächsstoff im Parlament in Wien. "Wir wollen, dass der Fall nochmals aufgerollt wird", fordert Nationalrat Doppler in einer Parlaments-Anfrage an die Justiz-Ministerin.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
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