Fr, 24. November 2017

Mit Ziegen angelockt

03.02.2011 16:00

Pädagoge schändet Buben - zwei Jahre teilbedingt

Er "zerrte den Buben in einen Baucontainer und zwang ihn zum Oralverkehr" – das hat Staatsanwältin Barbara Feichtinger bei einem Prozess am Landesgericht am Donnerstag einem 33-jährigen Bayern vorgeworfen. Zuvor soll er seine Ziegen als Lockmittel eingesetzt haben, um den Zwölfjährigen anzulocken. Urteil: zwei Jahre teilbedingt, davon acht Monate unbedingt.

Der Mann, der zum Tatzeitpunkt als Sozialpädagoge beschäftigt war, hatte sich zuvor zum schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen schuldig bekannt, aber die vorgeworfene Gewaltanwendung bestritten. Nun muss der 33-Jährige jedenfalls eine wöchentliche Psychotherapie absolvieren. Das Gericht untersagte ihm zudem eine berufliche Tätigkeit mit Kindern über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Tat ereignete sich zu Ostern
Der aus Niederösterreich stammende Schüler war in den Osterferien mit seiner Mutter nach Salzburg gereist, um seine Tante zu besuchen. "Auf einem Spielplatz lernte er zwei Kinder kennen, die dem Sozialpädagogen zur Betreuung anvertraut waren", schilderte die Staatsanwältin. In der Nähe des Spielplatzes befand sich auch das Ziegengehege mit dem Baucontainer. Als der Zwölfjährige sich bei dem "Ziegenzüchter" nach den Spielgefährten erkundigte, habe dieser den Bub an der Hand genommen und ins Gehege geführt.

Freiheit in Bayern währte nur kurz
Dass er die Türe des Containers mit einem Widerhaken versperrte, wie ihm die Staatsanwältin vorwarf, bestritt der Angeklagte. Die anderen Punkte, wonach er den Buben auf seinen Schoß gesetzt, seine Geschlechtsteile betastet und schließlich Oralverkehr durchgeführt habe, gestand der Deutsche ein. Er flüchtete demnach anschließend mit seinem Baucontainer ins angrenzende Bayern. Dort wurde er am 20. Juli aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen und später ausgeliefert.

Mann war bereits früher auffällig geworden
Der 33-Jährige stand früher bereits in Deutschland und Frankreich wegen Sexualdelikten vor Gericht, in Deutschland wurde ein Tätigkeitsverbot als Sozialpädagoge ausgesprochen. Dies beantragte die Staatsanwältin auch für Österreich, was der Beschuldigte laut seinem Verteidiger Rene Musey auch akzeptiert. Der Angeklagte leidet den Angaben des neuropsychiatrischen Sachverständigen Ernst Griebnitz zufolge an einer Störung der Sexualpräferenz. Er war zum Tatzeitpunkt offenbar auch zurechnungsfähig.

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