Di, 21. November 2017

Jackson-Tod

25.01.2011 20:01

Angeklagter Conrad Murray plädiert auf „nicht schuldig“

Michael Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray hat sich zum Vorwurf der fahrlässiger Tötung "nicht schuldig" erklärt. "Euer Ehren, ich bin ein unschuldiger Mann", sagte der 57-jährige Kardiologe am Dienstag in Los Angeles. Vor Richter Michael Pastor musste sich der Mediziner zum Tod des Sängers im Sommer 2009 äußern. Der Prozess soll am 28. März beginnen.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben.

Prozessbeobachter gehen davon aus, dass das Verfahren bis zu zwei Monaten dauern wird. Richter Pastor hatte Mitte Jänner nach einer sechstägigen Anhörung entschieden, dass die Beweislast gegen Murray einen Prozess rechtfertigt. Er verhängte auch ein sofortiges Berufsverbot für den Herzspezialisten. Bei der Anhörung meldeten sich mehr als 20 Zeugen zu Wort.

Ein Gerichtsmediziner hielt Murray ärztliche Fehler und die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vor. Ein Apotheker sagte aus, Murray habe bei ihm große Mengen des Narkosemittels bestellt, das gewöhnlich nur bei Operationen zum Einsatz kommt. Der angeklagte Mediziner hatte zuvor eingeräumt, dem Sänger kurz vor dessen Tod erst Beruhigungspillen gegeben und dann das Narkosemittel gespritzt zu haben. Laut Murray war die Dosis aber viel zu niedrig, um einen Herzstillstand hervorzurufen.

Murray war im Mai 2009 von Jackson als Leibarzt eingestellt worden. Der Sänger soll selbst darauf gepocht haben, dass der Mediziner ihn vor und während seiner geplanten Konzertreihe in London betreuen würde. Murray hatte Steuerschulden und stand wegen ausstehender Unterhaltszahlungen für seine unehelichen Kinder mehrfach vor Gericht. Er bezog als Jacksons Leibarzt angeblich ein Gehalt von 150.000 Dollar (umgerechnet 110.000 Euro) pro Monat.

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